Beiträge auf sorben.org zum Thema Allgemein

Die Hexe bei Göda

A. S. hat seit je an die Kräfte der Natur geglaubt. Im Jahre 1999 kam J. H., wohnhaft in der Gemeinde Göda (Hodźij), ins Bautzener Büro ihres Naturschutzvereins. A.S. erkannte gleich die Außerordentlichkeit seines Geistes. Darum fand die damalige Bautzenerin auch keineswegs anstößig, als er ihr nach längerer Zusammenarbeit offenbarte: “Du bist eine Hexe.” Die beiden Heiden haben von 2000 im Gödaer Umland die Sonnenwenden und aequinoctia gefeiert. Am Stein unter der Eiche oder an den Baumgruppen in der freien Feldflur brannten fünf Kerzenlichter als ein Schutzsymbol des Pentagramms. Ein kleiner Schmaus fand statt, wobei der erste Schluck von Tee und Wein für die örtlichen Geister auf die Erde gegossen wurde. Ein Ranft Brot kehrte zur Erde als Danksagung zurück und der Weihrauch drückte die Verbindung mit dem Luftelement aus. Auch am dörflichen Hexenbrennen, dessen Ursprung ihres Erachtens im Heidentum liegt und die Vertreibung der kalten Jahreszeit symbolisiert, nahmen die beiden gern teil.

Den 25. Januar 2014. Die Erlen am Bolbritzer Fließ werden für den Naturschutz gesichert. Hier soll wieder Wildnis gewagt werden.

Den 25. Januar 2014. Die Erlen am Bolbritzer Fließ werden für den Naturschutz gesichert. Hier soll wieder Wildnis gewagt werden.

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Prolog zum Sorbischen Memorandum

Witajśo, sehr geehrter Herr Präsident,

Die Sprachenpolitik der Europäischen Union ist weltweit beispiellos und seit ihrer Gründung das Herzstück ihrer wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Dynamik. Aus diesem Grund ist auch Irisch mit nur ca. 20.000 Sprechenden eine der 23 offiziellen Amtssprachen der EU. Sie hatten während eines Gespräches in der Vertretung der EU-Kommission am 4.7. 2007 in Berlin um einen Brief zur Lage der Sorben und Wenden in Deutschland gebeten.

Ich sende Ihnen heute daher diesen Notruf und einen Prolog zum demnächst vorzulegenden Sorbischen Memorandum. Denn über dieses ist eben jetzt eine lebhafte Auseinandersetzung in Deutschland im Gang. Das Schreiben erreicht Sie heute von einer der ältesten und bedrohten Minderheiten Europas. Beheimatet sind Sorben seit über sechzehn Jahrhunderten als „First Nation“ in der sich über die Bundesländer Brandenburg und Sachsen erstreckenden Lausitz. Sorben sind deren erste Fürsprecher und Anwälte. Die Lausitz oder Lužica, wie wir das wasser- und bodenschatzreiche Land nennen, ist eine der ältesten Kulturlandschaften Europas. Ihre Schätze können sich als Segen erweisen. Aber es fehlt an couragierter Politik und Selbstverwaltung. Die Chancen einer EUROREGION LAUSITZ, die das einzigartige Kontaktgebiet slawischer und germanischer Sprachen bietet, verkümmern in vielen Bereichen ungenutzt. Wir befürchten sogar, dass diese in kurzer Zeit unwiderruflich verloren gehen.

Wir zeigen an: Mehr als 130 Dörfer, die Horte der sorbischen Sprache und Überlieferung waren, und Kulturlandschaften von der Größe des Stadtstaates Hamburg wurden durch blinde Wirtschaftspolitik und die entfesselte Kohleausbeutung vernichtet. Von deren
spektakulären Gewinnen unserem Volk nur Almosen hingeworfen werden. Daher setzen Sorben ihre Hoffnung inzwischen auch auf die EU-Kommission und Ihr Engagement für die nachhaltige Entwicklung und Stärkung der Regionen. Wir bitten Sie, sehr verehrter Herr Präsident, sich mit Ihrem ganzen politischen Gewicht für das Zustandekommen eines Deutsch-Sorbischen Gesellschaftsvertrages einzusetzen, in dem die deutsche Seite konkrete politische und wirtschaftliche Konsequenzen aus ihrer historischen Schuld zieht. Im Kern geht es um drei Punkte:

  1. die unverzügliche Einführung der von den deutschen Landesverfassungen vorgesehenen politischen Selbstbestimmung der Sorben;
  2. die gesetzliche Verankerung der sorbischen (Teil-)Ansprüche auf die künftige Nutzung der Lausitzer Bodenschätze und ihre gesetzlich garantierte Mitbestimmung beim ökologischen Schutz und der ökologischen Sanierung der sorbischen Heimat;
  3. eine finanzielle Soforthilfe, um die durch deutsche Eingriffe beschädigten Bildungsstrukturen zu reparieren und das Überleben der sorbischen Sprachen und Kultur mittelfristig zu sichern.
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Europeada 2012 in der Lausitz

In der Lausitz ist die Fußball EM in der Ukraine und Polen nur Nebensache. Denn hier findet vom 16. bis 24. Juni die Europeada statt. Bei den Tournieren in Crostwitz und Umgebung spielen 20 Mannschaften europäischer Minderheiten um den Titel.

europeada in der lausitz

Eröffnung der Europeada (© Joerg Stephan )

Die Sorbische-Nationalmannschaft fieberte dem Startschuss der Europeada nun schon seit 2 Jahren entgegen. Im Jahre 2008 schieden unsere Jungs leider schon im Viertelfinale mit 1:3 gegen die Dänen aus. Dieses Jahr holen sie den Titel, da sind sie sich sicher und wir drücken die Daumen.

Joerg von pixilla.de war bei den bisher spannendsten Momenten vor Ort und präsentiert seine Eindrücke von der Trikotpräsentation und dem Eröffnungsspiel in mehreren Fotogalerien.

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Terminübersicht Mai 2012

Zwei Lieben trage ich in meiner Brust - deutsche Sorben Erzählungen - 17.05.2012
Die Erzählung “Krabat in den Niederlanden” und andere deutsche Sorbentexte
stellt Tomaš Kappa am Himmelsfahrtstag in einem Berliner Literatur Salon
vor. Für Interessierte Textprobe schon zu lesen auf dem Tomas Kappa Blog:

http://tomaskappa.blogspot.com

am 17. Mai 2012, 20 Uhr
Suzannas Salon
Jablonskistrasse 19
Berlin Prenzlauer Berg

ACHTUNG: Suzanna hat gestern übermittelt, dass es einen grossen Andrang geben wird
zur Salon Lesung -

wir werden daher nochmal einen Extra-Lesetermin organisieren. Wir freuen
uns aber über das grosse Interesse.

- Bitte haben Sie Verständnis und kommen Sie vielleicht besser zur nächsten
deutsch-sorbischen Salon-Lesung.

Dazu in Kürze neue Termin-Informationen. Bei Fragen bin ich auch unter
Handynummer 0179 5800 972 erreichbar.

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Terminübersicht Juli 2013

Internationales Folklorefestival 2013 Lausitz - 11.07.2013 bis 14.07.2013
weitere Informationen folgen, sobald sie freigegeben werden.

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Terminübersicht April 2012

Osterreiten 2012 - 08.04.2012

Die Startzeitpunkte können ja nach Wetterlage variieren.

Mehr zum Thema Osterreiter, Osterreiten sowie Stecken der Osterreiter

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Ausbeutung Lausitzer Bodenschätze unter panamaischer Flagge

08.02.2011, HALO ENERGY Brüssel – Reiche Bodenschätze werfen neuen Glanz auf die Lausitz und wecken sie aus dem von der Braunkohlelobby verordneten Dornröschenschlaf. Als Tochter der panamaischen Minera S.A. wirbt die KSL Kupferschiefer GmbH um Schürfrechte in der Lausitz. Die Sorben, die First Nation der Lausitz seit über 1.600 Jahren, müssen jetzt den Ausgleich für abgeführte Milliardenwerte und deswegen auch noch ausstehende Grundrechte
erkämpfen.

In der Sorbenheimat wurden Edelmetalle im mehrstelligen Milliardenwert
entdeckt. So neben 2,7 Millionen Tonnen Kupfer auch Gold, Platin, Silber und Zink. Noch dominiert dort das Matrjoschka Prinzip. Denn die KSL GmbH ist nur eine Tochter der unter panamaischer Flagge schürfenden Minera S.A.; die wiederum eine Tochter der kanadischen Inmet Mining Firma ist. Inmet Mining steht dann unter Leitung eines Aachener Geologen, des CEO Jochen Tilk. Die ausstehende Bürgerbeteiligung könnte nun für etwas Vertragstransparenz sorgen. Ein Happy End wird die euphorische Schatzsuche aber nur finden, wenn neben Arbeitsplätzen auch satte Gewinne in die Region fliessen; so Investitionen in Bildung, in Lausitzer Hochschulen und die sorbisch-deutsche WITAJ Sprachinitiative.

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Sorbische Lobby-Trägheit

SERBSKE NOWINY, Dez. 2010: Schirmherr der diesjährigen X. Internationalen Konferenz artifizieller sorbischer Musik war niemand Geringeres als der Präsident des Europäischen Parlaments Jerzy Buzek. Initiert hatte dieses
Patronat Ralph Kappler, der aus Königswartha stammt und heute in Brüssel als EU-Kommunikationsberater tätig ist. Über Lobby-Arbeit unterhielt sich mit ihm für Serbske Nowiny Cordula Ratajczak.

Wie kommt es , dass sie sorbische Lobby-Arbeit machen?

Ralph Kappler

R. Kappler: Für mich ist das zuerst freiwillige Netzwerkarbeit, die von der Industrie finanzierten Lobbyisten sind eher Gegenspieler. Unsere Familie in Königswartha gehört zu den Tausenden Lausitzer Familien, die im Jahrhundert der deutschen Diktaturen auch unter massivem Zwang germanisiert worden sind. Das beschäftigt mich seit langem. Ich versuche Teile meiner sorbischen Identität für mich zurückzugewinnen. Und frage weiter: Wie kann das schlummernde Potenzial vieler Deutscher mit sorbischen Wurzeln auf moderne, Europa zugewandte Weise geweckt werden? Und wie können wir die Kompetenzen der aus der Lausitz abgewanderten Leistungsträger für die Region fruchtbar machen? Schließlich könnte so jeder von uns ein kleiner Botschafter der Lausitz werden.

Haben die Sorben eine Lobby?

R. Kappler: Eine starke Vertretung, wie sie etwa die Friesen, Dänen oder jüdischen Mitbürger haben, fehlt uns noch. Meiner Erfahrung nach findet auch durch die Funktionäre der Domowina keine zeitgemäße Netzwerkarbeit statt. Man ruht sich zu sehr auf alten Strukturen aus. Die Domowina liess ja selbst die von mir bereits 1992 initiierten Kontakte zum Buckingham Palace einschlafen, obwohl ich dort für sie einen Empfang organisiert hatte. Wo aber sind die jungen Sorben? Nicht alles hängt von finanziellen Mitteln ab. Manche Defizite haben eher mit unglaublicher Trägheit zu tun.

Zum Beispiel?

R. Kappler: Trägheit ist, wenn man so tut, als sei man auf die „Sponsorengelder“ der die letzten sorbischen Kulturlandschaften und Dörfer zerstörenden Braunkohle angewiesen. Das ist Unsinn, unredlich und eben auch Gedankenfaulheit. Denn in Sachsen, Deutschland und auch international gäbe es hunderte potenzielle Unternehmen, Organisationen und Stiftungen, die sorbische Themen zu ihrem Anliegen machen und fördern könnten – wenn man sie nur gezielt ansprechen würde. Das findet aber nicht statt. Wenn die Sorben sich also nicht aus der erstickenden Umklammerung von Vattenfall & Co freikämpfen, werden wir bald unter diesem atomar-fossilen Koloss unterge pflügt.

Wozu brauchen die Sorben eine Lobby?

R. Kappler: Ganz einfach zum Überleben. Netzwerkarbeit ist in der Demokratie selbstverständlich. Demokratie sollte eine sorbische Selbstverständlichkeit sein. Aber 20 Jahre nach der Deutschen Vereinigung gibt es noch nicht einmal eine demokratisch gewählte und legitimierte Vertretung des sorbischen Volkes!
Ein Skandal und unhaltbarer Zustand. Sämtliche Mittel werden dazu noch von einer durch Deutsche dominierten Stiftung kontrolliert. Das widerspricht klar demokratischen Grundregeln und der EU-Politik. Das müssen wir nun stärker über Brüssel, und warum nicht auch über London oder Prag, auf die Agenda setzen.

Quelle: Text & Bild via Ralph Kappler

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Sorbisch modern: Mode, Tracht und neue Wege

Die Niederlausitz ist ein Ort der Gegensätze. Dies wird von den hier Lebenden oft genauso empfunden, wie von den Besuchern der Gegend. Dem, nicht zuletzt durch Brüche hervorgerufenen, Charme der Region können sich aber die Wenigsten entziehen. Schon im 6./7.Jahrhundert besiedelten die Sorben/Wenden die Lausitz als Minderheit.

Historische Siedlungsgebiete, Infrastrukturen und ländlich-soziales Leben müssen den Schritt in die Moderne wagen, ohne das Tradierte auszugrenzen. Hier einen Weg zu finden, der Alt und Jung, Sorben/Wenden und Lausitzern

genügend Spielraum für ein Miteinander bietet, ist eines der zentralen Zukunftsthemen der Region und des Projektes sorbisch modern. Die sorbische/wendische Tracht als Inspiration für die Mode war grundlegende Idee des

Projektes. In der Auseinandersetzung mit der Tracht Neues lernen, die Schönheit des Alten erkennen und

daraus Neues zu kreieren ist der Anfang für weitreichende Fragen, Ansätze, Themen die das Projekt sorbisch modern in Hinsicht auf Zukunftsperspektiven der Sorben und der Lausitzer hinterfragt:

  • Was möchten wir bewahren?
  • Was werden wir erinnern wollen?
  • Was können wir in die heutige Zeit übersetzen?
  • Welchen Weg kann die Lausitz in Anbetracht aller Voraussetzungen nehmen?

Das Projekt möchte etwas in Gang setzen, dass allen gerecht werden kann! Ziel ist die Auseinandersetzung mit und die Weiterentwicklung von sorbischer/wendischer Kultur, die Wahrnehmung und Wertschätzung regionaler

Potentiale und die Gestaltung moderner Textilien. Am Ende sollen messbare Impulse für die Wirtschaft der Region stehen. Den Weg dorthin will sorbisch modern ebnen. Eine Modenschau und Ausstellungen, die den Arbeitsprozess dokumentieren, bereiten den Anfang. In Diskussionsforen, Workshops und einer öffentlichen Auseinandersetzung steht die Beschäftigung mit dem Thema im Fokus. Unternehmen, Fachverbände und Institutionen werden aufgerufen, sich an dem Diskurs zu beteiligen. Die Region wird ein Miteinander der Generationen als Chance für die Zukunftsfähigkeit der Region begreifen und umsetzen müssen.

Das Projekt möchte eine konstruktive Form des „Zusammen nach vorn“ etablieren! Anfang des Jahres öffneten die Sorben/Wenden ihre Archive und Museen und gewährten Studierenden der staatlich anerkannten privaten Hochschule AMD Akademie Mode & Design, Studienzentrum Berlin, einen Einblick in die sorbische/wendische Trachtenwelt. Muster, Farben, Spitzen, Perlen, Handwerkstechniken: die Vielfalt ist groß.

Im Laufe des Sommersemesters entwickelten die Studierenden des Studiengangs „Mode Design (B.A.)“ ihre eigenen Kreationen. Zur Berlin Fashion Week wurden die Kollektion und ein Magazin vorab vorgestellt. Am 28.8.10 wird die gesamte Kollektion in einer Modenschau in Guben, in der Alten Färberei präsentiert.

Quelle: Fotos und Text (c) pool-production.de

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Erste Hör-CD in Schleifer Sorbisch

Foto: S. Kutsche

Unter dem Titel „Z mójogo žywjenja“ (Aus meinem Leben) liegt nun eine Hör-CD mit einer Auswahl an Texten vor, in denen der Halbbauer Hanso Njepila aus Rohne (1761-1856) aus seinem Leben berichtet. Herausgeber ist der Domowina-Kreisverband Weißwasser.
Dies ist ein Beitrag ganz im Sinne der auf der diesjährigen Hauptversammlung des Kreisverbandes erneut zum Ausdruck gebrachten Forderung nach mehr Projekten zur Förderung des Schleifer Sorbisch.

Mit der CD haben alle Liebhaber des Schleifer Dialektes, Slawisten und weitere Interessenten erstmals die Gelegenheit, diesen in der Schleifer Region nur noch von wenigen Menschen gesprochenen Dialekt zu hören.

Am Freitag, dem 30. April 2010, überreichte der Domowina-Regionalsprecher Manfred Hermasch (1. von links) dem Vorsitzenden des Vereins Njepila-Hof e. V. Manfred Nickel (2. von links) die ersten Exemplare. Die Aufnahmen wurden in Regie des SAEK Bautzen realisiert, auf dem Foto dessen Leiter Michael Ziesch (2. von rechts). Die Redaktion lag in den Händen von Božena Braumann, Mitarbeiterin der Domowina für die Schleifer Region.

Die CD ist auf dem Njepila-Hof in Rohne, in der Sorbischen Kulturinformation in Bautzen und in der Lodka in Cottbus zu einer Schutzgebühr von 3,50 Euro erhältlich.
Foto: S. Kutsche
Kontakt:

Manfred Hermasch
Regionalsprecher Domowina – Bund Lausitzer Sorben e.V.
Friedensstraße 65 / 02959 Schleife
Tel. 035773 76154 / Fax: 76155
m.hermasch@sorben.com

Text per Email von Marcel Braumann

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