Sorbisch modern: Mode, Tracht und neue Wege

Die Niederlausitz ist ein Ort der Gegensätze. Dies wird von den hier Lebenden oft genauso empfunden, wie von den Besuchern der Gegend. Dem, nicht zuletzt durch Brüche hervorgerufenen, Charme der Region können sich aber die Wenigsten entziehen. Schon im 6./7.Jahrhundert besiedelten die Sorben/Wenden die Lausitz als Minderheit.

Historische Siedlungsgebiete, Infrastrukturen und ländlich-soziales Leben müssen den Schritt in die Moderne wagen, ohne das Tradierte auszugrenzen. Hier einen Weg zu finden, der Alt und Jung, Sorben/Wenden und Lausitzern

genügend Spielraum für ein Miteinander bietet, ist eines der zentralen Zukunftsthemen der Region und des Projektes sorbisch modern. Die sorbische/wendische Tracht als Inspiration für die Mode war grundlegende Idee des

Projektes. In der Auseinandersetzung mit der Tracht Neues lernen, die Schönheit des Alten erkennen und

daraus Neues zu kreieren ist der Anfang für weitreichende Fragen, Ansätze, Themen die das Projekt sorbisch modern in Hinsicht auf Zukunftsperspektiven der Sorben und der Lausitzer hinterfragt:

  • Was möchten wir bewahren?
  • Was werden wir erinnern wollen?
  • Was können wir in die heutige Zeit übersetzen?
  • Welchen Weg kann die Lausitz in Anbetracht aller Voraussetzungen nehmen?

Das Projekt möchte etwas in Gang setzen, dass allen gerecht werden kann! Ziel ist die Auseinandersetzung mit und die Weiterentwicklung von sorbischer/wendischer Kultur, die Wahrnehmung und Wertschätzung regionaler

Potentiale und die Gestaltung moderner Textilien. Am Ende sollen messbare Impulse für die Wirtschaft der Region stehen. Den Weg dorthin will sorbisch modern ebnen. Eine Modenschau und Ausstellungen, die den Arbeitsprozess dokumentieren, bereiten den Anfang. In Diskussionsforen, Workshops und einer öffentlichen Auseinandersetzung steht die Beschäftigung mit dem Thema im Fokus. Unternehmen, Fachverbände und Institutionen werden aufgerufen, sich an dem Diskurs zu beteiligen. Die Region wird ein Miteinander der Generationen als Chance für die Zukunftsfähigkeit der Region begreifen und umsetzen müssen.

Das Projekt möchte eine konstruktive Form des „Zusammen nach vorn“ etablieren! Anfang des Jahres öffneten die Sorben/Wenden ihre Archive und Museen und gewährten Studierenden der staatlich anerkannten privaten Hochschule AMD Akademie Mode & Design, Studienzentrum Berlin, einen Einblick in die sorbische/wendische Trachtenwelt. Muster, Farben, Spitzen, Perlen, Handwerkstechniken: die Vielfalt ist groß.

Im Laufe des Sommersemesters entwickelten die Studierenden des Studiengangs „Mode Design (B.A.)“ ihre eigenen Kreationen. Zur Berlin Fashion Week wurden die Kollektion und ein Magazin vorab vorgestellt. Am 28.8.10 wird die gesamte Kollektion in einer Modenschau in Guben, in der Alten Färberei präsentiert.

Quelle: Fotos und Text (c) pool-production.de


  1. Kirsten Böhme

     

    Die Modenschau in Guben war ein Erlebnis! Wo kann man das Ergebnis des votings für die Modelle erfahren?

    Mit bestem Dank
    und weiteren Erfolgen mit solchen und ähnlichen Projekten

    Kirsten Ann Böhme

    #1 Kommentar vom 30. August 2010

  2. M.N.

     

    ich fänd’ auch eine Fotogalerie mit allen gezeigten Modellen gut. Und wenn wir das jetzt beim Schneider nachbestellen sollen, wären auch die Entwurfsbücher der Studierenden gut…

    #2 Kommentar vom 05. September 2010

  3. M.R.

     

    Die Idee ist super!!!

    Ich hoffe das Projekt wird weiter verfolgt und findet Anklang in der Öffentlichkeit!!

    Eine Fotogalerie würde die Werbewirksamkeit deutlich stärken.

    Viel Erfolg weiterhin!!

    #3 Kommentar vom 15. September 2010

  4. Sabina Siegowa

     

    Auf der Seite sorbischmodern.de sind Bilder zu der Modenschau in Guben und Information zu den Ausstellungsorten veröffentlicht. Jeder Interessent kann auch sein voting zu den gelungensten Modellen abgeben!!! Also macht bitte mit.

    #4 Kommentar vom 17. September 2010

  5. Magdalena

     

    Herlich!

    #5 Kommentar vom 22. Dezember 2010

  6. Meli

     

    Echt schön!

    #6 Kommentar vom 24. April 2012

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