Neujahrsansprache 2010 von Ministerpräsident Stanislaw Tillich

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

Stanislaw Tillich

Sachsen ist ein starkes Land. Wir Sachsen sind selbstbewusst, und das zu recht. Wir stehen am Anfang des Jahres 2010. Wir blicken nach vorn. Was macht die Sachsen aus? Wenn früher die sächsischen Bergleute in den Stollen eingefahren sind, war eines wichtig: Sie mussten sich aufeinander verlassen können. Da war nicht das „ich“, sondern das „wir“ entscheidend.

Diese Solidarität, der Wille, gemeinsam ein Ziel zu erreichen, ist typisch sächsisch – das zeichnet uns heute noch aus. 20 Jahre nach der Deutschen Einheit kann man sehen, was wir gemeinsam geschafft haben.

Auch im kommenden Jahr werden wir unsere Ziele weiter verfolgen: Es liegt viel Arbeit vor uns, damit wir nach der schwersten Rezession seit mehr als 60 Jahren wieder auf Wachstumskurs gehen können. Wir wollen die Arbeitslosigkeit bekämpfen und weiter dafür sorgen, dass unser Land allen eine gute Heimat ist.

Wir haben viele Gründe, optimistisch in die Zukunft zu schauen:

Die Sachsen sind helle, fleißig und sparsam. Unser Sachsen ist innovativ, finanziell solide und wirtschaftlich stark. Wir sind gut gerüstet, um einen neuen Aufbruch zu schaffen. Wir bauen auf Zukunft, auf Zukunftsbranchen: die Chipindustrie, die Umwelttechnik oder den Bau von energieeffizienten Autos. Wir haben die Nase vorn, weil wir auf sächsischen Traditionen aufbauen.

Jeder von uns ist Teil des sächsischen Erfolgs: Wir Sachsen haben Fachwissen und Ideen. Mit Kreativität entwickeln wir Innovationen, die als sächsische Produkte weltweit gefragt sind. Die Unternehmen, der sächsische Mittelstand und unsere Handwerker haben auch im Jahr 2009 Arbeitsplätze gesichert und neue geschaffen.

Kindergärten, Schulen und Bildungseinrichtungen sind in guter Verfassung. Unsere Jugend erhält vielfältige Förderung, um die Chancen der Zukunft ergreifen zu können.

Politisch war 2009 ein Jahr der Entscheidungen: Wir haben einen neuen Landtag gewählt. Wir haben eine stabile Regierung aus CDU und FDP gebildet. Die Wahlen trafen auf Erinnerungen: vor 20 Jahren haben die Sachsen ihr politisches Geschick in die Hand genommen. Genau in diesem Geist werden wir gemeinsam die Aufgaben angehen, die vor uns liegen.

Dabei haben wir – typisch sächsisch – verinnerlicht: Der Freistaat wirtschaftet nach den gleichen Regeln wie Sie bei sich zu Hause: Wir können nur das ausgeben, was wir auch haben. Sparen ist kein Selbstzweck: Wenn wir Geld effektiver einsetzen, haben alle Seiten mehr davon. Auch deshalb haben wir beschlossen, den Bürger zu entlasten und den Staat von unnötigen Aufgaben zu befreien.

Eins ist auch klar: Bildung und Sicherheit – Schulen, Hochschulen, Polizei und Feuerwehr – bleiben Kernaufgaben des Staates. Überall in Sachsen treffe ich tatkräftige Menschen, die gerne hier leben und sich im Beruf, in der Nachbarschaft, in Vereinen und Verbänden einbringen. Gerade das ist es, was Sachsen so stark macht, weshalb uns der Freistaat eine gute Heimat ist.

Es gibt – neben den anstehenden Aufgaben – im kommenden Jahr sächsische Jubiläen und Feste, auf die wir uns gemeinsam freuen können. Zum Beispiel den 300. Geburtstag des Meißner Porzellans oder das 450. Jubiläum der Staatlichen Kunstsammlungen in Dresden.

Und auch wir, der Freistaat Sachsen, begehen unser 20-jähriges Bestehen.

Wir werden also auch Anlass haben, unser schönes Sachsen zu feiern. 2010 – das wird für uns alle ein besonderes Jahr .

Ihnen allen wünsche ich ein gutes, gesundes, erfolgreiches und gesegnetes neues Jahr!
Quelle: Sächsische Staatskanzlei


  1. Klaus Wanderer

     

    Vom “Ich” zum “Wir” – Blockfreund Tillich, das hatten wir doch schon mal!? Ansonsten: Sächsischer Partiotismus ist so lange gut, wie er nicht zum Nationalismus ausartet – auch das hatten wir schon mal, allerdings nicht nur in Sachsen, aber dort besonders ausgeprägt…

    Grüsse Klaus

    #1 Kommentar vom 31. Dezember 2009

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