Lausitzer Wölfe: Sachsens Umweltminister knickt vor der Jagdlobby ein

Empört reagierte der FDP-Landtagskandidat Mike Hauschild auf das Einknicken von Sachsens Umweltminister Kupfer im Wolfsschutz. Der Minister hat nach einem Bericht der Sächsischen Zeitung vom Mittwoch, dem 06.05.2009 auf einer Veranstaltung von Land- und Forstwirten in Göda den gezielten Abschuss von Wölfen nicht ausgeschlossen.

„Es ist peinlich, wie die CDU bei einigen Themen kurz vor der Wahl vor Lobbygruppen den Kniefall probt,“ ärgert sich Mike Hauschild, „Die Wölfe werden immer noch durch internationale, europaweite und bundesdeutsche Gesetze vor dem Abschuss geschützt. Was Minister Kupfer hier den Jägern verspricht, ist nicht mehr als unausgegorenes Jägerlatein.

Der Freistaat hat keine Möglichkeit, den Wolf mehr zum Abschuss frei zu geben, als es jetzt schon machbar ist. Schon nach den gültigen Vorschriften kann ein auffälliger Wolf abgeschossen werden. Deshalb ist es umso verwunderlicher, wenn der Umweltminister solche Zugeständnisse macht.“

Nach Aussage des Wolfsbüros wäre die Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht auch kein Vorteil für die Jäger. Der Wolf bliebe trotzdem das ganze Jahr über geschützt und zusätzlich müssten die Grünröcke für die durch den Wolf entstandenen Schäden aufkommen.

„Die Ängste der Bevölkerung vor dem Wolf müssen ernst genommen werden. Bei den Jägern hat man allerdings immer mehr den Eindruck, dass lediglich ein lästiger Konkurrent aus dem Weg geräumt werden soll. Die Jagd wurde bisher immer zurecht damit begründet, dass das Schalenwild reduziert werden muss, um zu großen Naturschäden vorzubeugen. Das ist wichtig und nicht von der Hand zu weisen. Nun gibt es aber mit dem Wolf wieder einen natürlichen Feind für Rehe, Wildschweine und Hirsche. Das war immer die Linie der Sächsischen Umweltpolitik gewesen, die bisher nicht in Frage gestellt wurde. Auch deshalb sehe ich in dem Auftritt von Minister Kupfer nicht mehr, als das Streicheln möglicher Unionswähler,“ erklärt Hauschild abschließend.


  1. Naturschützer

     

    Die Entscheidung des Umweltministers Kupfer, Wölfe in das Jagdrecht aufzunehmen, kann nur bedeuten, dass er a) sein Amt niederlegen sollte, b) sein Wissen über die Belange von Natur- und Umweltschutz erhebliche Lücken aufweist, c) gegen Gesetze verstößt, und d) mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit selbst leidenschaftlicher Jäger ist. Aus diesem Grund wird er sein Amt zugunsten seines eigenen Hobbys missbrauchen, indem er einer geschützten Art und einem natürlichen Feind obendrein, – in den Augen des Jägers aber auch einem lästigen Konkurrenten – zuvorkommt, der sich möglicherweise ein Wild reißt, das ihm selbst dann nicht mehr zum Abschuss zur Verfügung steht. Herrn Kupfer scheint es entgangen zu sein, dass die Natur sich am besten selbst reguliert, was in jagdfreien Gebieten schon mehrfach bewiesen wurde. Erst durch die Jägerei ist das natürliche Gleichgewicht aus den Fugen geraten. Parallel zu immer höheren Abschussquoten steigt auch die Wildpopulation. Sollte das den schießwütigen Jägern tatsächlich entgangen sein?
    Herrn Umweltminister Kupfer müsste man schlicht und einfach anzeigen! Vielleicht ist der FDP-Landtagskandidat Mike Hauschild so mutig, es zu tun?

    #1 Kommentar vom 31. Januar 2011

Kommentar hinterlassen