Keine Jagd auf „Isegrim“

(24.09.2008/ Bautzen) „Die Wölfe im Wald sind mir weit lieber als Wölfe im politischen Schafspelz,“ kommentiert das Bautzener FDP-Landesvorstandsmitglied Mike Hauschild die neueste Forderung des Kreisrates Henry Nitzsche nach einem harten Durchgreifen gegenüber den grauen Gesellen. „Ich sehe die Tiere als Teil der vielfältigen Lausitzer Natur. Wir Menschen müssen das Zusammenleben mit ihnen organisieren und nicht gleich mit der Flinte drohen.“

Die Ansiedlung von Wölfen in der Lausitz ist ein Erfolg, der nicht leichtfertig aufgegeben werden darf. Laut einer mit Mitteln des Freistaates finanzierter Studie besteht die Nahrung der Tiere zu mehr als 97% aus Rehen, Rotwild und Schwarzwild, also Wildschweinen. Deren Dezimierung ist das erklärte Ziel sächsischer Jäger.

Hauschild: „Eine besondere Gefährdung gibt es für die Menschen nicht. Ich kann natürlich trotzdem jeden Landwirt verstehen, dessen Tiere von Wölfen angefallen werden. Dafür hat der Freistaat auch zurecht ausreichende Entschädigungsprogramme aufgelegt. Allerdings kann man sicher auch über bessere Entschädigungsbedingungen nachdenken. Nicht immer sind die teuren Sicherungsmaßnahmen für einen kleinen Betrieb tragbar.“

Die FDP spricht sich dafür aus, weniger den Mythen und Märchen vom raubgierigen Gesellen, sondern eher den Fakten zu folgen. Wölfe sind sehr scheue Tiere, die Menschen, wo immer es geht, meiden. Sie sind eine Bereicherung für die Lausitzer Wälder, wo sie schon in der Vergangenheit heimisch waren.

„Nitzsches lautes Nein zur möglichen Auswilderung des verletzten einzelnen Welpen, der in Wittichenau eingefangen wurde, ist einfach nur populistisch. Solche Positionierungen schüren Ängste und verunsichern die Menschen. Überlassen wir diese Entscheidungen doch lieber den Experten, die wissen das besser als die Politik,“ erklärt der Handwerksmeister abschließend.

Quelle: FDP Bautzen Pressesprecher, Thomas Kunz


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