Handwerk- Handel- Heiligtümer- eine Zeitreise

Wer sich am Sonnabend und Sonntag (23 / 24. Mai) in Dissen hinter die Kirche begibt, der wird auf eine Zeitreise mitgenommen und um 1000 Jahre zurück versetzt.

Den Besuchern bietet sich eine eindruckvolle Kulisse für ein  wissenschaftlich geprägtes Projekt, dem sich das Heimatmuseum Dissen widmet: „Zeitreise- Rückkehr der Slawen“:

Männer, Frauen und Kinder in einfachen Leinen- und Wollkleidern, Handwerker und Musiker und Krieger in voller Kampfrüstungen aus einer längst vergangenen Zeit, haben dort ihr Zeltlager aufgeschlagen. Im Schatten der großen Zelte kochen Frauen auf dem Feuer Mittag, nähen und spinnen. Männer schmieden, bearbeiten Steine, schnitzen aus Holz Löffel und aus Horn kleine Schmuckstücke. Unter einem Leinewanddach spielte die Musikgruppe „Fideluis“ und „Candelena“ auf mittelalterlichen Instrumenten. Krieger kämpften mit Axt und Sax.

Vier Vereine, der Milzener e.V. aus Melaune, „Družyna byk“ aus Forst, der polnische Verein „Krug“ aus Wrocław und das „DiGreases Buffon Theater“ aus Weißrussland, beschäftigen sich mit dem alltäglichen Leben der slawischen Stämme im 10. Jahrhundert. Sie zeigten an diesen Tagen, wie unsere Vorfahren gelebt haben. Hinzu kommen fahrende Händler aus befreundeten Gruppen.
Wie meisterte man das praktische Leben im 10./11. Jahrhundert ? Eine archäologische Zeitreise nicht anhand von Ausgrabungsstücken sondern im reellen Leben- Archäologie zum Anfassen. Schon alleine die schwierige Aufgabe Feuer mit Feuerstein und Feuereisen anzubekommen, stellt uns heute vor eine fast unlösbare Aufgaben aber probieren ist gestattet. Was gab es damals zu Essen, wie hat man es zu bereitet und aufgetragen- alltägliche Dinge, die wir uns heute kaum vorstellen können. In Vorführungen werden längst vergessene Dinge der mittelalterlichen Alltagsgeschichte wieder publik gemacht.
„Kettenhemd, Gugel (ist keine Internetsuchmaschine) und ein Paar Beinkleider“ so könnten die Vorführungen zur damaligen Mode heißen. In Form einer kleinen Modenschau werden mittelalterliche Kleidungsstücke gezeigt. Aber auch deren Herstellung, vom Spinnen mit der Handspindel über das Färben mit Naturpflanzen bis zum Weben kann man „live“ mit erleben. Wie wurden Muster angezeichnet, wo es noch keine Bandmaße oder Messeinrichtungen gab? Wie konnte man Mützen, Strümpfe und Handschuh fertigen, obwohl stricken und häkeln noch nicht erfunden war? Fragen auf die sie an diesem Tag ohne weiteres eine Antwort finden.
Alte Handwerkskunst vom Schmieden über Hornschnitzerei, Korbflechten aus Rinde und Span sowie das Töpfern alter slawischer Keramik wird zu sehen sein. Man kann den Handwerkern über die Schulter schauen und sich selbst in der Kunst einiger Handwerke probieren.

Die Spielleute der Gruppe „Fidelius“ und „Candelena“ entfesseln mit ihren merkwürdigen Instrumentarium die Kraft alter Weisen derart, dass weder Schlagzeug noch E-Gitarre gebraucht werden, um das Publikum in ihren Bann zu schlagen. Mit Dudelsack, Drehleier und Fidel kommen frischer Wind und neue Ideen in die alte mittelalterliche Musik. Die schönsten Mädchen der Tanzgruppe „DiGreases Buffon Theater“ aus Weißrussland versprühen bei mittelalterlichen Tänzen ihre Lebensfreude. Am Samstag Abend spielen die Musiker bis zur Mitternacht begleitet von sprühenden Funken des Schauschmiedens und zügelnden Flammen der Feuershow.
Friedlich war die Zeit im 10./11. Jahrhundert leider nicht und so gehörten Krieger als Schutz zum normalen Leben. Welche Kraft das Saxa, ein Kurzschwert entwickelt oder welche Kampftechniken genutzt wurden, kann man bei den Schaukampf erleben. Mit Feuer und Fackeln erleuchtet gehen die Vorführungen am Sonnabend bis spät in die Nacht.
Wer jetzt nach all dem Schauen selbst hungrig geworden ist, der sollte sich das Schwein aus dem Backofen, Suppe aus dem Kessel oder Fladenbrote schmecken lassen.
Quelle: PM des Heimatmuseum Dissen/Dešno


  1. Sima

     

    es ist ja erstaunlich, was die Slaven schon damals für moderne Bierwagen hatten und sogar “Krombacher” tranken sie bereits .
    Das viel sogar unlängst nicht nur mir, sondern auch einem Witajschüler in Dissen auf als er den Bierwagen auf dem Kirchengelände entdeckte und sprach mit seinem Vater darüber

    #1 Kommentar vom 07. Juni 2009

  2. handwerk

     

    Eine zeitreise gute 1000 Jahre zurück die würde ich auch recht gerne mal erleben…

    #2 Kommentar vom 10. März 2010

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