Dieter Küssner: Minderheitenartikel ins Grundgesetz!

Der Beschluss des CDU-Parteitages, die deutsche Sprache im Grundgesetz zu verankern, gibt Anlass auf die Notwendigkeit eines Minderheitenartikels im Grundgesetz hinzuweisen.
Die Verbände der anerkannten nationalen Minderheiten in Deutschland begrüßen das ge­stärkte Sprach- und Selbstbewusstsein der Deutschen, das durch den CDU-Beschluss widergespiegelt wird. Nur wer die eige­nen Wurzeln kennt und achtet, kann die kulturelle Identität des Anderen respektieren, wer wüsste das besser als die nationalen Minderheiten.
Der Minderheitenrat macht in diesem Zusammenhang aber mit Nachdruck darauf aufmerksam, dass eine Aufwertung der deutschen Sprache zwingend mit dem Respekt vor den anderen Sprachen einhergehen muss.
Der Vorsitzende des Minderheitenrates und des Kulturträgers der dänischen Minderheit, Sydslesvigsk Forening (SSF), Dieter Küssner, fordert daher im gesamtgesellschaftlichen Interesse eine verfassungsrechtliche Verankerung der deutschen Sprache zwingend mit der Aufnahme des Schutzes und der Förderung der nationalen Minderheiten ins Grundgesetz zu koppeln. Das gebietet der Gleichheitsgrundsatz.
„Die Geschichte zeigt, dass das Grundgesetz die einzige demokratische Verfassung in Deutschland ist, die keinen Minderheitenartikel kennt. Sowohl die Paulskirchen-Verfassung als auch die Weimarer Verfassung kannten entsprechende Artikel“, führt Küssner aus.
„Respekt und Würde gibt es nur im gegenseitigen Miteinander; sie verlangen sowohl von den Minder­heiten als von der Mehrheitsbevölkerung Anstrengungen. Nur eine solche Wechselbeziehung sichert eine friedliche zivilgesellschaftliche Entwicklung, das sollte immer bedacht werden“, so der Minderheitenratsvorsitzende Dieter Küssner weiter.
Quelle: Pressemittelung der Domowina


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