Deklination

Im Sorbischen werde nicht nur Substantive, sondern auch die Eigenschafts-, Für- und Zählwörter dekliniert.

Es exsitieren 6, im Obersorbischen sogar 7 Fälle.
1: Nominativ (wer?, was?)
2: Genitiv (wessen?)
3: Dativ (wem?)
4: Akkusativ (wen?, was?)
5: Instrumental (womit?)
6: Lokativ (wo?)
7: Vokativ -> Ruf-Form

Der 5. und 6. Fall werden nur bei Präpositionen verwendet.

Hinweis zum Vokativ:
Den Vokativ benutzt man (im Gegensatz zum Tschechischen oder Ukrainischen) nur für Männernamen. Daher wird ein Jan mit “Jano!” oder einen “Petr” mit “Pětrje!” gerufen. Ausnahme: Der Vokativ von Mutter mać ist maći.

Danke an Jana, für ihre Hinweise.


  1. Dajana Tasevski

     

    Hallo,
    ich hätte gern gewusst, welcher Religion gehören die Sorben und ob die Serben und Sorben gleichen Vorfahren haben? In der Serbischen Sprache haben wir auch bei der Deklination sieben Fälle.

    Vielen Dank im Voraus

    Freundliche Grüsse aus Offenbach

    Dajana Tasevski

    #1 Kommentar vom 23. August 2010

  2. Dieter Wierick

     

    Hallo, ich beschäftige mich seit einiger Zeit mit slawischer Geschichte. Dabei ist mir aufgefallen, dass die Annahme des christlichen Glaubens davon abhing, welche Kirche die Christianisierung übernommen hat. Im Einflussbereich der oströmischen Kirche wurde der orthodoxe Glaube angenommen und im Bereich der weströmischen Kirche wurde katholisch christianisiert. Davon hängt auch die Verwendung des kyrillischen bzw. lateinischen Alphabets ab. Durch die Einführung der Reformation in Deutschland gibt es katholische und evangelische Sorben. Das kann man auch sehr gut an der Frauentracht erkennen. Katholische Sorbinnen tragen eine lange Haubenschleife.
    Vor der Christianisierung waren Serben und Sorben zusammen. Es lässt sich anhand einiger slawischer Sprachbesonderheiten beweisen. Russen unterscheiden auch heute noch nicht zwischen serbisch und sorbisch. Im Obersorbischen wird „serbisch“ mit „serbiski“, „južnoserbski“ oder „serbski“ übersetzt. Wobei „serbski“ auch „sorbisch“ und „južnoserbski“ demnach „südsorbisch“ bedeutet. Im Kroatischen wird „sorbisch“ mit „lužičkosrpski“ übersetzt, also so sprechen in der Lausitz lebende Serben, die in Deutschland als Sorben bezeichnet werden.
    Leider kenne ich die sorbische bzw. serbische Sprache nicht so gut, um weitere Vergleiche anstellen zu können. Ich weiß, dass 1948 sorbische Jugendliche in Serbien beim Wiederaufbau einer zerstörten Eisenbahnlinie geholfen haben. Man hat sich ohne größere Probleme verständigen können. Mir beweist auch dieser Umstand die große Übereinstimmung der Sprachen.
    Die sorbische Grammatik kennt neben der Ein- und Mehrzahl weiterhin einen Dual (Zweizahl). Gibt es den Dual auch in der serbischen Grammatik?
    Schöne Grüße aus Leipzig
    Dieter Wierick

    #2 Kommentar vom 23. April 2011

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