Bund muss das sorbische Volk langfristig sicher fördern

Deutschland sollte in Bezug auf Minderheitenschutz und –förderung nicht nur Forderungen an andere richten, sondern vor allem im eigenen Land hohe Maßstäbe ansetzen und so Vorbild in Europa sein. Die langfristige Sicherung der Finanzierung der Stiftung für das Sorbische Volk wäre dazu ein erster notwendiger Schritt, um Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen.

Die Förderung des sorbischen Volkes ist mehr als Folklore. Sie ist vielmehr eine Meßlatte für den Umgang mit Minderheiten in der Bundesrepublik. Aus diesem Grund darf der Bund die Länder Brandenburg und Sachsen nicht allein lassen. Wer wie der Rechnungshof die Frage aufwirft, ob der Bund sich nicht aus der Förderung zurückziehen solle, weil Kulturförderung Ländersache sei, verkennt – oder missachtet? – die Bedeutung der Aufgabe.

Die geplante Kürzung der Mittel um 600 000 Euro und die gleichzeitige Androhung einer Haushaltssperre von 2 Millionen Euro unterlaufen die notwendige Weiterentwicklung der Fördermechanismen und gefährden die Existenz einer für die mitteleuropäische Kultur prägenden Minderheit.

Angesichts der durch die Braunkohlepolitik unwiderruflich verlorenen Siedlungen in der durch die Sorben (Wenden) geprägten Lausitz und der durch arbeitsmarktpolitische Entscheidungen fortschreitenden Abwanderung muss die Förderung des sorbischen Volkes auf neue Fundamente gestellt werden. Eine schrittweise Anhebung der Mittel für die Stiftung für das Sorbische Volk, wie von Experten gefordert, kann da nur der erste Schritt sein.

Besondere Instrumente der Förderung müssen für die Ausbildung sorbischer Lehrerinnen und Lehrer, den Erhalt sorbischer Schulen und Kindereinrichtungen sowie für die Fortschreibung so erfolgreicher Projekte wie das WITAJ-Projekt entwickelt werden.
Quelle: Pressemitteilung der PDS


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