Beiträge auf sorben.org zum Thema

Terminübersicht Juni 2011

16. Bautzener Theatersommer - 23.06.2011 bis 31.07.2011
Der Männer Traum: Die Zähmung der Widerspenstigen

Herr Schlau hat eine dominante Frau, der er öfter auf einen Schluck entflieht. Seine Freunde vom Theater schicken ihn eines abends auf eine vermeintliche Zeitreise und spielen ihm (und uns!) „Die Zähmung der Widerspenstigen“ vor.
Ein Vater hat zwei Töchter, von denen die jüngere Bianca viele Verehrer hat, aber nicht eher heiraten darf, als bis die große Schwester Katharina unter der Haube ist. Die aber ist der Schrecken der Männerwelt. Der Macho Petruchio ist zwar scharf auf eine reiche Mitgift, aber er schafft es scheinbar tatsächlich auch, die temperamentvolle Wildkatze Katharina zu zähmen. Da begegnen sich zwei auf Augenhöhe und ihr leidenschaftlicher Machtkampf bietet jede Menge Schlagfertigkeit,
Witz, Raffinesse und beste Unterhaltung. – Ob sich allerdings für den geplagten Schlau am Ende der Traum aller Männer von der gezähmten Ehefrau erfüllt oder ob zu Hause wieder nur die Bratpfanne in Lauerstellung wartet, das bleibt abzuwarten.Quelle: DSVTh


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Sorbischer Brauch: Ostersingen

Ostersingen ist ein sehr alter Brauch und ist vielerorts schon in Vergessenheit geraten.
Frauen und Mädchen beginnen genau Mitternacht zum Ostersonntag damit die frohe Kunde der Auferstehung zu verbreiten. Sie tragen dabei eine Laterne, die den Sieg des Lebens (Licht) über den Tot (Dunkelheit) symbolisiert und ziehen singend von Haus zu Haus.

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Terminübersicht Januar 2011

Konzert:"Das besondere Konzert zum Neuen Jahr" - 06.01.2011 bis 09.01.2011
Plakat zum Konzert

Termine und Veranstaltungsorte:

06.01.2011   19:30   Cottbus / Chóśebuz Wendisches Haus

07.01.2011   19:30   Panschwitz-Kuckau / Pančicy-Kukow Kloster St. Marienstern, Roter Saal

08.01.2011   19:30   Bautzen / Budyšin Sorbisches Museum

09.01.2011   17:00   Hoyerswerda / Wojerecy Schlosssaal

Eintritt:

10 EUR Karten im Vorverkauf / zastupne lisćiki w předpředani

12 EUR an der Abendkasse / na wječornej kasy

Schüler kostenfreier Eintritt / šulerjo darmotny zastup

Kartenvorverkauf ab dem  20.12.2010:

- Sorbische Kulturinformation LODKA: 0355 / 48576468

- Panschwitz-Kuckau – Bäckerei Selnack: 035796 / 96373, „Klosterladen“: 035796 / 99490

- Sorbische Kulturinformation Bautzen: 03591 / 42105, Musikhaus F.G.Löbner: 03591 / 41106

- Museumsshop Schloss Hoyerswerda: 03571 / 457941, Touristinfo „Lausitzer Seenland“: / 456920

Die Pianistin Heidemarie Wiesner hat sorbische Wurzeln, ist in Bautzen geboren, erhielt ihre musikalische Grundausbildung an der Musikschule Bautzen und studierte von 1987-1991 an der Hochschule für Musik „Felix Mendelsohn Bartholdy“ in Leipzig Klavier und Improvisation. Nach Diplomabschluss in Leipzig 1992 studierte sie am Sweelinck Conservatorium Amsterdam, schloss selbiges mit Solistendiplom ab und belegte anschließend mehrere Meisterkurse. 1998 zog sie nach Italien.

Inzwischen international erfolgreich lädt Heidemarie Wiesner seit 1995 hochrangige Musiker aus aller Welt zu ihren in der deutsch-sorbischen Lausitz veranstalteten „Besonderen Konzerten zum Jahresende / zum Neuen Jahr“ ein. Gespielt werden in dieser Konzertreihe Werke sorbischer Komponisten, zum Teil eigens für diesen Anlass geschaffen, Werke aus der Heimat und Kultur der Gastmusiker und Weltliteratur.

Gastmusiker der Konzerte zum Neuen Jahr 2011 ist der israelische Mandolinist Avi Avital.

Avi Avital (* 1978) graduierte an der “Jerusalem Academy of Music” und reifte am “Conservatorio Statale di Musica C. Pollini Padua” zu einem der herausragenden Solisten unserer Zeit.

Er trat mit zahlreichen renommierten Orchestern, wie dem „Israeli Philharmonic Orchestra“, den „Rostov State Theatre Soloists“, „I Pomeriggi Musicali di Milano“, dem „Georgischen Kammerorchester Ingolstadt“ oder dem „New York Metropolis Ensemble“ auf und arbeitete unter namhaften Dirigenten wie Mstislav Rostropovitch, Asher Fisch und Philippe Entremont.

In 2007 gewann Avi Avital den angesehenen israelischen Solistenpreis „Aviv competition“, der erstmalig an einen Mandolinisten vergeben wurde. Im Jahr darauf erhielt er in Israel den Sonderpreis des Kulturministeriums und in Deutschland wurde seine Einspielung mit dem „David

Orlowsky Trio“ mit dem ECHO ausgezeichnet. Avi Avitals Interesse an verschiedensten musikalischen Stil-richtungen – von experimenteller Musik zu alter Musik, von Weltmusik zu klassischer Musik – machen ihn zu einem der facettenreichsten Mandolinisten unserer Zeit.

„Avi Avital vermag, das scheinbar Unmögliche Wirklichkeit werden zu lassen. Er gestaltet, formt und windet die melodiösen Phrasen mit seinem goldenen Anschlag so suggestiv, dass sie wie gesungen erscheinen, dass sie lebendiger wirken, als das, was viele Geiger oder Cellisten ihrem Instrument entlocken… Wie wunderbar die Mandoline klingen kann, wenn sie auf Weltklasse-Niveau gespielt wird, zeigt(e) Avi Avital …“ (Jesko Schulze-Reimpell, Donaukurier)

Im „Besonderen Konzert zum Neuen Jahr 2011“ kommen Kompositionen der sorbischen Komponisten Jan Cyž, Detlef Kobjela, Ulrich Pogoda und Heinz Roy, Werke aus der hebräischen Kultur von Mark Lavri und Armin Kaufmann sowie der Klassiker Johann Sebastian Bach und Ludwig van Beethoven zu Gehör.

Erstmalig erklingen als Neukompositionen für „Das besondere Konzert zum Neuen Jahr 2011“ „Rondo Mandolino“ (für Mandoline und Klavier) von Heinz Roy und „Via Avi“ (für Mandoline und Klavier) von Jan Cyž.

Konzertprogramm:

Johann Sebastian Bach (1685–1750): Chaconne für Mandoline solo

Heinz Roy (* 1927): Rondo Mandolino für Mandoline und Klavier (UA)

Armin Kaufmann (1903–1980): Bruletta, Mitoka und Dragomirna

Detlef Kobjela (* 1944): Ballata Mandolina für Mandoline und Klavier (Arr. H. Wiesner – UA)

Jan Cyž (* 1955): Via Avi für Mandoline und Klavier (UA)

Ludwig van Beethoven (1770–1967): Andante und Variationen in D-Dur WoO 44 Nr. 2 für Mandoline und Klavier

Ulrich Pogoda (* 1954)

Di sera a Roma für Klavier (1999)

Mark Lavri (1903–1967): 3 Israelische Tänze 1.  Sher, 2.  2. Yemenitischer Hochzeitstanz, 3.  Hora

Quelle: Stiftung für das sorbische Volk via Email

Sonderausstellung lapka – das Kopftuch im Wendischen Museum - 08.10.2010 bis 27.02.2011
mit E. Lehmann, U. Hulme u. M. Kuhle
weiter Informationen zu der Ausstellung auf der Webseite
Wendische Fastnacht in Ruben - 30.01.2011
Beginn 13 Uhr in Ruben


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Sorbische Lobby-Trägheit

SERBSKE NOWINY, Dez. 2010: Schirmherr der diesjährigen X. Internationalen Konferenz artifizieller sorbischer Musik war niemand Geringeres als der Präsident des Europäischen Parlaments Jerzy Buzek. Initiert hatte dieses
Patronat Ralph Kappler, der aus Königswartha stammt und heute in Brüssel als EU-Kommunikationsberater tätig ist. Über Lobby-Arbeit unterhielt sich mit ihm für Serbske Nowiny Cordula Ratajczak.

Wie kommt es , dass sie sorbische Lobby-Arbeit machen?

Ralph Kappler

R. Kappler: Für mich ist das zuerst freiwillige Netzwerkarbeit, die von der Industrie finanzierten Lobbyisten sind eher Gegenspieler. Unsere Familie in Königswartha gehört zu den Tausenden Lausitzer Familien, die im Jahrhundert der deutschen Diktaturen auch unter massivem Zwang germanisiert worden sind. Das beschäftigt mich seit langem. Ich versuche Teile meiner sorbischen Identität für mich zurückzugewinnen. Und frage weiter: Wie kann das schlummernde Potenzial vieler Deutscher mit sorbischen Wurzeln auf moderne, Europa zugewandte Weise geweckt werden? Und wie können wir die Kompetenzen der aus der Lausitz abgewanderten Leistungsträger für die Region fruchtbar machen? Schließlich könnte so jeder von uns ein kleiner Botschafter der Lausitz werden.

Haben die Sorben eine Lobby?

R. Kappler: Eine starke Vertretung, wie sie etwa die Friesen, Dänen oder jüdischen Mitbürger haben, fehlt uns noch. Meiner Erfahrung nach findet auch durch die Funktionäre der Domowina keine zeitgemäße Netzwerkarbeit statt. Man ruht sich zu sehr auf alten Strukturen aus. Die Domowina liess ja selbst die von mir bereits 1992 initiierten Kontakte zum Buckingham Palace einschlafen, obwohl ich dort für sie einen Empfang organisiert hatte. Wo aber sind die jungen Sorben? Nicht alles hängt von finanziellen Mitteln ab. Manche Defizite haben eher mit unglaublicher Trägheit zu tun.

Zum Beispiel?

R. Kappler: Trägheit ist, wenn man so tut, als sei man auf die „Sponsorengelder“ der die letzten sorbischen Kulturlandschaften und Dörfer zerstörenden Braunkohle angewiesen. Das ist Unsinn, unredlich und eben auch Gedankenfaulheit. Denn in Sachsen, Deutschland und auch international gäbe es hunderte potenzielle Unternehmen, Organisationen und Stiftungen, die sorbische Themen zu ihrem Anliegen machen und fördern könnten – wenn man sie nur gezielt ansprechen würde. Das findet aber nicht statt. Wenn die Sorben sich also nicht aus der erstickenden Umklammerung von Vattenfall & Co freikämpfen, werden wir bald unter diesem atomar-fossilen Koloss unterge pflügt.

Wozu brauchen die Sorben eine Lobby?

R. Kappler: Ganz einfach zum Überleben. Netzwerkarbeit ist in der Demokratie selbstverständlich. Demokratie sollte eine sorbische Selbstverständlichkeit sein. Aber 20 Jahre nach der Deutschen Vereinigung gibt es noch nicht einmal eine demokratisch gewählte und legitimierte Vertretung des sorbischen Volkes!
Ein Skandal und unhaltbarer Zustand. Sämtliche Mittel werden dazu noch von einer durch Deutsche dominierten Stiftung kontrolliert. Das widerspricht klar demokratischen Grundregeln und der EU-Politik. Das müssen wir nun stärker über Brüssel, und warum nicht auch über London oder Prag, auf die Agenda setzen.

Quelle: Text & Bild via Ralph Kappler

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