Beiträge auf sorben.org zum Thema

Tillich: Wirtschaftswachstum neu denken – Qualität statt Quantität

Ministerpräsident Stanislaw Tillich hat heute beim Bundessymposion „Kompetenzzentrum Deutschland – Neues Wachstum durch Innovation“ des Wirtschaftsrats der CDU eine radikale Kehrtwende hinsichtlich des Wachstumsparadigmas gefordert: „Wenn es uns mit der Generationengerechtigkeit ernst ist, müssen wir künftig auf qualitatives statt quantitatives Wachstum setzen. Umwelt- und Klimaschutz bringen enorme Wachstumschancen mit sich. Es ist ein Wachstum, bei dem wir unseren Ressourcenverbrauch und die Umweltbelastung dramatisch einschränken. In der EU sollen bis 2050 80 Prozent der CO2-Emissionen eingespart werden, verglichen mit 1990. Das braucht nicht nur neue Technologien, sondern auch einen neuen Lebensstil. Einen, in dem Zeitwohlstand und immaterielle Güter wie Bildung, Kultur und zwischenmenschliche Beziehungen wichtiger sind, als jeweils das neueste Handy zu besitzen.“

Quelle: Pressemitteilung der Sächsischen Staatskanzlei

Kommentar hinterlassen...

Sachsen mit 17 Projekten beim Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“ erfolgreich

„Sachsen ist von je her ein Land der Tüftler und Erfinder. Mit dem überdurchschnittlich guten Abschneiden beim Land der Ideen haben wir das erneut unter Beweis gestellt“, kommentierte Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich den Erfolg von 17 sächsischen Projekten und Initiativen beim bundesweiten Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“. Sie alle können sich nunmehr zu den „Ausgewählten Orten 2010“ zählen. Tillich erklärte: „In der Kategorie Wissenschaft und Technik sind wir mit sechs ‚Ausgewählten Orten‘ am stärksten vertreten; danach folgt mit vier ‚Ausgewählten Orten‘ der Bereich Kunst und Kultur. Das spiegelt auch unser Selbstverständnis als Forschungs- und Kulturland wider.“ Ministerpräsident Tillich, die Deutsche Bank und die Standortinitiative „Deutschland – Land der Ideen“ präsentieren die sächsischen Preisträger heute der Öffentlichkeit.
Mehr als 2.200 Forschungsinstitute und Unternehmen, Kultureinrichtungen sowie soziale Initiativen hatten sich bundesweit für die Auszeichnung „Ausgewählter Ort 2010“ beworben. Damit konnte im fünften Wettbewerbsjahr ein neuer Bewerberrekord und im Vergleich zum vergangenen Jahr eine Steigerung um rund zehn Prozent erzielt werden. Eine unabhängige Jury wählte unter dem Vorsitz von Prof. Martin Roth, Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, und Prof. Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, die 365 Sieger aus.
Das Projekt „Trabant nT“ der Initiatoren IndiKar (Individual Karosseriebau GmbH), Nils Poschwatta Design und Herpa Miniaturmodelle wird zusätzlich mit dem Sonderpreis „Gelebte Einheit“ ausgezeichnet. Damit gehört die sächsische Idee zu den zwölf „Ausgewählten Orten 2010“, die anlässlich des zwanzigjährigen Jubiläums der deutschen Wiedervereinigung als Botschafter für ein Miteinander in Ost und West besonders prämiert werden. Sie zeigen, in welcher Vielfalt Einheit zwanzig Jahre nach dem Mauerfall gelebt wird.
Deutschlands größte Veranstaltungsreihe wird 2010 bereits im fünften Jahr von der Deutschen Bank und der Standortinitiative „Deutschland – Land der Ideen“ unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Horst Köhler durchgeführt. Für die Preisträger heißt es an einem ausgewählten Tag im Jahr „Spot an“, um ihre innovativen Ideen jeweils mit einer individuellen Veranstaltung der Öffentlichkeit vorzustellen. Mit jedem Tag wächst so das bundesweite Netzwerk der „Ausgewählten Orte“, das den Preisträgern die Möglichkeit gibt, als Innovationstreiber andere zu inspirieren und Synergieeffekte zu nutzen. In vielfältiger Weise haben sie hiervon profitiert. So berichtet Heinz-Martin Esser, Vorstand beim Branchenverband Silicon Saxony e.V., über das Spitzencluster „Cool Silicon“ als „Ausgewählter Ort 2009“: „Die Auszeichnung hat uns eine Plattform geboten, der breiten Öffentlichkeit das Thema Energieeffizienz in der Informationstechnik näherzubringen. So wird die Region Sachsen als ein ‚Land der Ideen‘ wahrgenommen."
Bei der Veranstaltung in der Deutschen Bank in Dresden haben die „Ausgewählten Orte 2010“ die Möglichkeit, sich mit Vertretern der „Ausgewählten Orte 2009“ aus Sachsen auszutauschen und das Netzwerk der mittlerweile mehr als 1.400 Preisträger aus dem Land der Ideen zu nutzen.
Unter dem Titel „365 Orte – Eine Reise zu Deutschlands Zukunftsmachern“ erscheint im DuMont-Verlag die Begleitpublikation zur Veranstaltungsreihe. Sie wird ab Januar 2010 im deutschen Buchhandel erhältlich sein.
Mehr Informationen zur Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ und zum Wettbewerb finden Sie unter
www.land-der-ideen.de oder www.deutsche-bank.de/ideen

Quelle: Pressemitteilung der Sächsischen Staatskanzlei

Kommentar hinterlassen...

Sachsen und Niederschlesien feiern ihre zehnjährige Zusammenarbeit

Der Freistaat Sachsen und die Woiwodschaft Niederschlesien feiern in diesem Jahr das zehnjährige Jubiläum ihrer Zusammenarbeit, die sich inzwischen auf zahlreiche Bereiche des öffentlichen Lebens erstreckt.

Das Jubiläumsjahr 2009 möchten der Freistaat Sachsen und die Woiwodschaft Niederschlesien nutzen, um am 1. Dezember 2009 mit den Mitgliedern der Sächsischen Staatsregierung und dem Vorstand der Woiwodschaft Niederschlesien Bilanz zu ziehen und die Regionalpartnerschaft strategisch für die kommenden Jahre auszurichten.

Ministerpräsident Stanislaw Tillich hat hierzu den Marschall Niederschlesiens, Marek Łapiński, und die vier weiteren Vorstandsmitglieder der Woiwodschaft eingeladen. Außerdem werden der niederschlesische Woiwode Rafał Jurkowlaniec, der Sejmikvorsitzende Jerzy Pokój und der Präsident des Sächsischen Landtages, Dr. Matthias Rößler, auf Einladung des sächsischen Ministerpräsidenten an der Sitzung in der Staatskanzlei teilnehmen.

Am Abend des 1. Dezembers eröffnen der Ministerpräsident, der Marschall und der Woiwode gemeinsam mit Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz und dem Stadtpräsidenten von Breslau, Dr. Rafał Dutkiewicz, im Staatsministerium der Finanzen eine Ausstellung, die die zehnjährige Regionalpartnerschaft zwischen Sachsen und Niederschlesien anschaulich dokumentiert und darüber hinaus einen Einblick in die 50-jährige Städtepartnerschaft Dresden-Breslau gibt. Bis zum 15. Januar 2010 haben Besucher die Möglichkeit, sich einzelne grenzüberschreitende Projekte beispielsweise von Schulen, Vereinen, Verbänden, Kommunen, Hochschulen und Kultureinrichtungen anzuschauen.

Die Grundlagen der bisherigen sächsischniederschlesischen Kooperation sind zwei gemeinsame Erklärungen, die der damalige sächsische Ministerpräsident Prof. Dr. Kurt Biedenkopf am 17. September 1999 mit dem damaligen Marschall der Woiwodschaft Niederschlesien, Prof. Dr. Jan Waszkiewicz, sowie am 2. Mai 2000 mit dem damaligen niederschlesischen Woiwoden Witold Krochmal unterzeichnete.

Darin hoben beide Seiten die positiven Auswirkungen einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit auf die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung sowie auf die innere Sicherheit und auf die Bewältigung ökologischer Probleme hervor. Konkret vereinbart wurden ein Erfahrungsaustausch der staatlichen Verwaltungsebene, die Zusammenarbeit der für die innere Sicherheit und die Bekämpfung der grenzüberschreitenden Kriminalität zuständigen Institutionen, die Intensivierung der Zusammenarbeit in den Bereichen Kultur, Bildung, Wissenschaft und Forschung, Gesundheitswesen, Familie, Jugendaustausch, Sport und Tourismus. Außerdem sollen gemeinsame Projekte in den Bereichen Wirtschaft und Energiepolitik sowie Landwirtschaft, Ernährung, Forsten, Umwelt und Raumplanung realisiert werden. Darüber hinaus leisten sowohl die niederschlesische als auch die sächsische Seite ihren Beitrag bei der Erarbeitung der Verkehrsinfrastrukturplanung im Grenzgebiet und bei der Zusammenarbeit der lokalen Gebietskörperschaften.

Quelle: Pressemitteilung der Sächsischen Staatskanzlei

Kommentar hinterlassen...

Grundsatzrede von Ministerpräsident Tillich zur 25. Landkreisversammlung: Starke Partnerschaft von kommunaler Familie und Freistaat bleibt bestehen

In seiner Grundsatzrede zur 25. Landkreisversammlung in Zwickau hat Ministerpräsident Stanislaw Tillich heute dazu aufgerufen, die Aufbruchstimmung der neuen Legislaturperiode zu nutzen, denn „unser Land steht am Beginn eines entscheidenden Jahrzehnts.“ Der Ministerpräsident bekräftigte ausdrücklich sein Vertrauen in die „bewährte Partnerschaft von kommunaler Familie und Freistaat Sachsen.“ Das mache der Koalitionsvertrag ebenso unmissverständlich klar wie die Regierungserklärung vom 11. November.
Diese Partnerschaft diene einer guten und gleichmäßigen Entwicklung im ganzen Land und beruhe auf gemeinsamen Erfolgen, die es fortzusetzen gelte, so Tillich. Beim Thema Finanzen habe man bereits gemeinsam erhebliche Anstrengungen bei der Schuldentilgung unternommen, um auch künftigen Generationen Gestaltungsspielraum zu lassen. „Die Kommunen weisen im Bundesvergleich die drittniedrigste Pro-Kopf-Verschuldung auf, der Freistaat die zweitniedrigste“, sagte der Ministerpräsident. Land und Kommunen hätten auch bei der Verwaltungs- und Funktionalreform an einem Strang gezogen als es darum ging die Wettbewerbsfähigkeit Sachsens und seine Attraktivität zu steigern. In diesem Zusammenhang hob Tillich noch einmal das Ziel der Staatsregierung hervor, den Freistaat innerhalb des nächsten Jahrzehnts zu einer der modernsten Regionen Europas zu machen.
In seiner Rede betonte Tillich, dass die Handlungsfähigkeit des Freistaates und der sächsischen Kommunen für ihn oberste Priorität hätten. Er sagte: „Steuergeschenke des Bundes dürfen nicht auf unsere Kosten gehen. Zugleich gilt weiterhin: Der Freistaat macht keine neuen Schulden. Wir können nur über rund vier Prozent der Mittel im Landeshaushalt 2010 frei verfügen. Der Rest ist bereits rechtsverbindlich gebunden und politischer Gestaltung von vornherein entzogen. Diesen geringen Spielraum müssen wir erweitern. Zusätzliche Schulden und Zinszahlungen schmälern ihn dagegen weiter. Auch weiterhin möchte der Freistaat ein finanziell starker Partner der sächsischen Kommunen sein. Zudem hätten sich die Kommunen als „gute Partner und schnelle Entscheider“ bei der Umsetzung des Konjunkturpaketes II erwiesen. Tillich sagte: „Die Umsetzung des Konjunkturpaketes II in den Kommunen verläuft aus Sicht der Staatsregierung wie geplant. Bisher ist das ein voller Erfolg. Die Mittel sind fast vollständig bewilligt und haben die Kommunen erreicht. Die Kommunen sind am Zug und in der Lage, ihre Vorhaben zu realisieren.“
Mit Blick auf zu erwartende konjunkturbedingte Haushaltslöcher sagte der Ministerpräsident: „Freistaat und Kommunen haben gemeinsam Vorsorge für schlechte Zeiten getroffen. Insgesamt fließen aus dem Haushalt 2009/10 einbehaltene Abrechnungsbeträge in Höhe von 372 Millionen Euro in den Vorsorgefonds. Sie stehen ab 2011 zur Verfügung, um konjunkturbedingte Finanzlöcher in den kommunalen Haushalten zu stopfen.“ Eine Absage erteilte der Regierungschef allerdings weiteren Hilfen aus Mitteln des Freistaates. Diese stünden genauso wenig zur Verfügung wie der Freistaat wieder eine stärkere Verschuldung der Kommunen zulassen werde. „Klar ist: Freistaat und Kommunen müssen die Konsolidierung der öffentlichen Haushalte fortsetzen. Sparen ist das Gebot der Stunde. Denn Mehreinnahmen sind nicht in Sicht“, so Tillich.

(weiterlesen…)

weiterlesen oder Kommentar hinterlassen...

Das verkommene Herz Europas

von Ralph Kappler (Brüssel) 

Es tut mir wirklich leid, aber auch diesmal wird es nichts mit einer frohen Postkarte aus Brüssel. Dabei hatte ich es mir doch fest vorgenommen, auch die angenehmen Seiten der EU-Kapitale ins Licht zu rücken. Doch nun sitzt meine Schülerin, eine beeindruckende EU-Beamte aus Rumänien, verstört vor mir. Sie erzählt mit bebender Stimme, dass ihre Wohnung am Vortag ausgeraubt worden ist, just als sie ihre Tochter aus dem Kindergarten abholte. Das ist keine Ausnahme. Da ich nun seit einigen Monaten EU-Beamte in Brüssel fortbilde, weiss ich aus deren Berichten, dass es mit der Sicherheit für die Einwohner aus aller Welt in Brüssel nicht weit her ist. Das belegen auch die offiziellen Eurostat-Berichte. Jahr für Jahr landet Brüssel auf dem Spitzenplatz der europäischen Einbruchsstatistik, also noch vor London oder den hitzigen Balkan-Metropolen. Aber auch bei Tötungsdelikten steht die EU-Metropole im Vergleich zu anderen westeuropäischen Städten weit oben.
Die folgende Szene spielte sich nicht in einem Slum von Johannesburg oder Kalkutta ab. Nein, was Sie nun lesen, trug sich im Herzen der Hauptstadt der Europäischen Union ab. Dem Sitz der Nato und zahlreicher internationaler Organisationen. Über 35.000 EU-Beamte leben hier, 2500 Diplomaten, Zehntausende Abgesandte von Verbänden, Instituten und Unternehmen, Journalisten, Militärs. Die größte internationale Gemeinschaft in Europa, so stand es kürzlich in der „Die Welt“, ist ein Eldorado für Kriminelle. Die an Skandalberichten kaum interessierte, seriöse, Tageszeitung berichtete: „Plötzlich ein harter Tritt ins Kreuz. Die CSU-Abgeordnete Niebler strauchelt, sie fällt zu Boden. Zwei Jugendliche, mit schwarzen Kapuzenpullovern und Baseballmützen, treten auf sie ein, einer schlägt immer wieder auf ihren Kopf – auch dann noch, als er Nieblers Blackberry und I-Phone, die Beute, schon grinsend in der Hand hält“.
"Aufhören, Hilfe“, ruft die 46-jährige CSU-Abgeordnete immer wieder. Ihre Augen sind angeschwollen, die Schläfen pochen. Blut läuft aus der Nase, das Bein schmerzt. Nach 40 Minuten kommt dann eine Ambulanz. Niebler wird versorgt. Sie wartet dann noch eineinhalb Stunden bis weit nach Mitternacht. Die Polizei kam gar nicht mehr – obwohl ein Wirt, aufgeschreckt durch Nieblers Schreie, sie mehrmals anruft., gab die EU-Abgeordnete einige Tage später dem belgischen Beamten auf einer Polizeiwache zu Protokoll. Der junge Polizist zuckt nur mit den Schultern. Auch eine Mitarbeiterin eines großen deutschen Energiekonzern wurde unlängst von drei Männern auf einer belebten Straße im Zentrum Brüssels so schwer misshandelt, dass sie wochenlang im Krankenhaus lag, ihre linke Gesichtshälfte war taub. Kurz nach dem Überfall wandte sie sich an die Polizei, sie wollte Angaben zum Überfall machen. „Der Beamte wollte sich nicht mehr an den Fall erinnern, obwohl er ihn in der Tatnacht aufgenommen hatte. Eine Akte gab es nicht. Die Polizei hat mich überhaupt nicht ernst vernommen“, erzählt die 29-Jährige. Sie leidet noch heute an den Spätfolgen des Überfalls. Die Stadt ist voll von diesen Geschichten. Die vergangenen Monate waren besonders schlimm. Im Sommer wurde ein entsandter Mitarbeiter des Deutschen Bundestags auf der Straße mit mehren Messerstichen in den Bauch niedergestochen, er rang tagelang mit dem Tod. Die Täter flüchteten – wie immer – ins Nirgendwo.

Einen Tag nach dem Überfall auf die CSU-Abgeordnete Niebler erwischte es eine Mitarbeiterin der Bremer Landesvertretung bei der Europäischen Union. Diebe drückten die Beamtin am Eingang der Vertretung gegen ein Fahrrad, entrissen ihre Handtasche und flüchteten mit mehreren Hundert Euro. Bremen warnte in einem internen Rundbrief „vor einer neuen Qualität der Straßenkriminalität in Brüssel“. Unterdessen berichtete auch ein deutscher Botschaftsmitarbeiter, dass Raubüberfälle auf Brüsseler Vertretungen eher der Normalfall sind. Die Stadt steckt voller Spannungen. Wie auch von Serbske Noviny berichtet, gibt es einen akuten Bildungsnotstand in der EU-Kapitale. Mehr als 70% der Kinder mit Migrationshintergrund hinken ihren belgischen Altersgenossen weit hinterher. Mehr als 40 Prozent der Einwohner sind Einwanderer der ersten, zweiten oder dritten Generation. In einigen Stadtteilen ist jeder zweite ausländische Jugendliche arbeitslos. Zugleich lässt die Wirtschaftskrise wallonische und flämische Stadtväter erbittert um die Pfründe streiten – überall fehlt das Geld.
Die Polizei ist miserabel motiviert und dröhnt meist nur völlig abwesend mit brachial kreischenden Sirenen durch die Stadt. Polizisten im einfachen Gespräch mit Passanten und Touristen habe ich in dieser Stadt seit meiner Ankunft vor anderthalb Jahren nicht zu Gesicht bekommen. Kritik gibt es seit Jahren. Die Polizei hält die Klagen für übertrieben. Die EU-Mitarbeiter neigten zum Klatsch, sagte der zuständige Beamte für die Task-Force zur Verbesserung der Beziehungen zwischen Belgien und der EU bereits im Jahr 2007. Und er fügte hinzu: „Die kommen aus dem ländlichen Dänemark, und wenn sie mit einem Verbrechen in Berührung kommen, erzählen sie allen davon.“ Bei allem was ich hier in Brüssel über belgische Behörden gelernt habe, scheinen Polizei und Belgische Institutionen mit ihrer Passivität nur die Aufstockung ihrer EU-Pfründe erpressen zu wollen. Ohne die EU wäre Brüssel schon längst bankrott und Belgien als „Nation“ höchstwahrscheinlich nicht mehr existent.
Man möchte ja nicht zynisch sein, aber die Frage drängt sich doch auf, von wem und mit wessen Wählermandat eine Stadt im Dauernotstand überhaupt in den finanziell hoch lukrativen Stand der EU-Kapitale geliftet werden konnte? Wie lange tolerieren wir Europäer noch diesen instutionalisierten Irrsinn? Keine Frage, das es in Europa zig Städte, wie Maastricht, Prag, Wien oder auch Bonn, mit seriöseren Referenzen und auch halbwegs intakten Infrastrukturen für die Aufnahme der EU-Hauptstadt gegeben hat und weiter gibt. Worauf noch warten? Es ist höchste Zeit für eine europaweite Neuausschreibung der EU-Hauptstadt. Ganz so wie im wirklichem Leben und der Demokratie würdig.

Božemje und viele Grüsse vom Lausitzer aus Brüssel!

Ralph Kappler (Tomaš Kappa)

Kommentar hinterlassen...

Tillich und Morlok: Mittelstandsstabilisierungsprogramm wird um ein Jahr verlängert

Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) hat heute die Verlängerung des Mittelstandsstabilisierungsprogramms angekündigt. Das Programm, das ursprünglich Ende des Jahres auslaufen sollte, wird die kleinen und mittleren sächsischen Unternehmen in Ergänzung der vorhandenen klassischen Bürgschaftsprogramme für ein weiteres Jahr unterstützen und dazu beitragen, Arbeitsplätze in Sachsen zu erhalten und zu sichern.
Ministerpräsident Tillich sagte in Dresden anlässlich des 4. Wirtschaftstreffens in der Sächsischen Staatskanzlei: "Das Mittelstandsstabilisierungsprogramm hat gute Dienste in schwerer Zeit geleistet. Wir sind noch lange nicht über den Berg, bei einigen Unternehmen sind aber erste Hoffnungsschimmer auf eine Besserung der Lage zu erkennen, andere haben noch zu kämpfen. Sie bedürfen in besonderem Maße unsere Solidarität und Hilfe. Die Staatsregierung steht fest an der Seite der sächsischen Unternehmer und ihrer Mitarbeiterschaft, deshalb werden wir noch vor Weihnachten einen Kabinettsbeschluss herbeiführen, der das Programm um ein Jahr bis Ende 2010 verlängert." Bislang konnten allein mit diesem neuen Instrument insgesamt rund 3.300 Arbeitsplätze gesichert werden.
Neben dem Ministerpräsidenten, dem stellvertretenden Ministerpräsidenten, Wirtschafts-, Arbeits- und Verkehrsminister Sven Morlok sowie Finanzminister Prof. Dr. Georg Unland haben am 4. Wirtschaftstreffen in der Sächsischen Staatskanzlei rund 40 Vertreter aus Verbänden, Unternehmen und Banken teilgenommen. Mit dabei waren neben den Präsidenten der sächsischen Industrie- und Handelskammern, der Handwerkskammern und Unternehmerverbänden auch hochrangige Vertreter von Banken, Gewerkschaften sowie von rund 20 mittelständischen Unternehmen und in Sachsen tätigen Konzernen.
Der Wirtschaftsminister verwies vor den Unternehmen auf die umfangreichen Förderinstrumente, die der Freistaat Sachsen zur Unterstützung der sächsischen Betriebe bereitstellt. Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP): „Die Staatsregierung hat sich auf die Krise eingestellt: Seit Jahresbeginn fördern wir auch Investitionen, die den Erhalt von Arbeitsplätzen ermöglichen. Das hat sich bewährt, rund 300 Betriebe haben bislang mit Hilfe dieser gelockerten GA-Förderung insgesamt 12.350 Arbeitsplätze gesichert. Grund genug für die CDU/FDP-Koalition, auch im kommenden Jahr die Förderung bestehender Arbeitsplätze fortzuführen. Dafür hat das Wirtschaftsministerium bereits alle Vorbereitungen getroffen.“
Der aktuelle ifo-Geschäftsklimaindex zeigt erste Anzeichen auf eine, wenn auch noch sehr allmähliche und fragile Erholung der Konjunktur. Die Ergebnisse des ifo-Geschäftsklimaindex verdeutlichen, dass die gesamtwirtschaftliche Erholung in Sachsen insgesamt zwar noch wenig gefestigt ist und sich zögerlich fortsetzt. Der Trend geht aber in die richtige Richtung. So lag beispielsweise die durchschnittliche Kapazitätsauslastung im Verarbeitenden Gewerbe in Sachsen im Oktober bei 74,3 % und damit etwas höher als bei der letzten Befragung (Juli 2009: 73,3 %). Im Vergleich zum Vorjahr ist die Auslastung allerdings noch um 8 Prozentpunkte niedriger.

Quelle: Pressemitteilung der Sächsischen Staatsregierung

Kommentar hinterlassen...

Tillich: Sachsen wird auch bei zweiter automobiler Revolution vorn dabei sein

Ministerpräsident Stanislaw Tillich hat heute die Verbundinitiative Automobilzulieferer Sachsen (AMZ) anlässlich deren zehnjährigen Jubiläums als wichtige Institution zur Förderung von Produkt- und Technologieentwicklungen gewürdigt. In der Initiative, die bisher mehr als 260 Projekte vorangetrieben hat, sind heute mehr als 1000 Unternehmen vernetzt.
„Wir stehen vor einer zweiten automobilen Revolution. Vor gut 100 Jahren – bei der ersten automobilen Revolution – war Sachsen vorn dabei. An diese Zeiten wollen wir anknüpfen“, so Tillich. Die Herausforderungen seien genauso groß wie damals. Individuelle Mobilität werde mit Sicherheit weiter uneingeschränkt gefragt sein, im Gegensatz zur Mobilität des 20. Jahrhunderts jedoch eine ressourcenschonende, CO2-arme Mobilität.
Die Ausgangssituation für den Standort Sachsen sei heute wie vor 100 Jahren sehr gut, so der Ministerpräsident. Neben den drei großen Automobilherstellern, die hier produzieren und forschen, verfügt der Freistaat über ein eng gespanntes Netzwerk von Zulieferern, Universitäten und Forschungsinstituten.
Nach temporären konjunkturfördernden Maßnahmen wie der Abwrackprämie oder der Kurzarbeit sieht Tillich die unterstützende Rolle des Staates vor allem in exzellenter Bildung und Ausbildung und in der Unterstützung von Forschung und Entwicklung.

(weiterlesen…)

weiterlesen oder Kommentar hinterlassen...

Empfehlungen des IKS für eine nachhaltig finanzierbare Struktur der sorbischen Institutionen fertig

Das Institut für kulturelle Infrastruktur Sachsen (IKS) hat im Auftrag der Stiftung für das sorbische Volk ein Gesamtkonzept zur Förderung der sorbischen Sprache und Kultur entwickelt. Am 21. Oktober legte Prof. Dr. phil. Dr. habil. Matthias Theodor Vogt das Werk der Stiftung für das sorbische Volk vor und wurden Tage darauf  um einen “allgemeinen Meinungsbildungsprozess zu ermöglichen” der Öffentlichkeit auf der Stiftungsseite zur Verfügung gestellt. Viel wurde im vorhinein über Sinn und Unsinn eines solchen Gutachtens gestritten. Das etwas passieren muss, war jedoch allen klar. Steigende Ausgaben standen und stehen sinkenden Zuschussvoluminas gegenüber. Insgesamt kostete das Guthaben knapp eine halbe Million Euro. Professor Vogt, verzichtete seinerseits auf jegliches Honorar und spendete sogar darüber hinaus auch einen Betrag. “Bequem war es aber auch nicht, ohne einen Cent persönlichen Gewinns in einem Doppelgestrüpp von Anfeindungen zu Empfehlungen zu gelangen, die nach bestem Wissen und Gewissen zu einer Erneuerung der sorbischen Gesellschaft, Sprache und Kultur beitragen könnten.“

Die Arbeit ist in 4 Hauptteile untergliedert: “Gesamttext der Ist-Analyse”, “Empfehlungen”, “Der Fremde als Bereicherung” und  “Minderheiten als Mehrwert” und kann auf der Internetseite der “Stiftung für das sorbische Volk” heruntergeladen werden. Professor Vogt fordert alle, die die Arbeit studiert haben, auf innerhalb der nächsten Wochen ihm Hinweise via sorben@kultur.org zukommen zu lassen “Für Ihr Mitdenken und Ihre Mitarbeit an diesem Prozess wären wir Ihnen sehr dankbar!”

Kommentar hinterlassen...

Tillich: „Games Convention Online ist neuestes Projekt sächsischer Kreativität“

Ministerpräsident Stanislaw Tillich hat am Abend die Games Convention Online 2009, die erste eigenständige europäische Messe für die Onlinespiele-Branche, eröffnet. „Die Games Convention Online ist das neueste Produkt sächsischer Kreativität. Die Macher der Messe Leipzig haben das große Potenzial, das in der Onlinespiele-Branche steckt, erkannt: Die Zukunft gehört den Browser-, Client- und Mobile Games. Mit Ideenreichtum und Leidenschaft ist es der Leipziger Messe gelungen, eine einzigartige, starke und innovative Plattform für die Aussteller zu entwickeln, die weltweit bereits jetzt Beachtung findet“, sagte Ministerpräsident Stanislaw Tillich heute zur Eröffnung der Messe.
Der Markt für Online-Games entwickle sich nach Einschätzung von Experten schneller als die übrige Video- und Computerspiele-Industrie. „Schon jetzt nutzen 62 Prozent aller Videospieler in Europa Onlinespiele. Leipzig geht mit der Zeit. Die Games Convention Online kann eine weitere sächsische Erfolgsgeschichte werden“, so Tillich.
Auf der Games Convention Online präsentieren sich vom 31. Juli bis zum 02. August 2009 Publisher, Spieleportale und Gaming-Dienstleister aus der ganzen Welt. Leipzig sei der richtige Ort für diese dreitägige Messe mit internationaler Ausstrahlung. Seit Jahrhunderten stehe die Stadt für zukunftsweisende Messen, so Tillich. „Die Games Convention Online passt perfekt ins Hochtechnologieland Sachsen“, betonte der Ministerpräsident.

 

Quelle: Pressemitteilung der Sächsischen Staatskanzlei

Kommentar hinterlassen...

Sommerreise von Ministerpräsident Stanislaw Tillich

Ministerpräsident Stanislaw Tillich beginnt am kommenden Dienstag, 28. Juli 2009, seine jährliche Sommerreise durch Sachsen. Nachdem im vergangenen Jahr der Mittelstand im Fokus stand, rückt die diesjährige Reise das Thema „Tourismus“ in den Mittelpunkt. Tillich will sich über die Chancen und Perspektiven der Tourismuswirtschaft im Freistaat informieren. Dazu wird er touristische Attraktionen und Standorte im gesamten Freistaat besuchen und vor Ort Gespräche mit Beschäftigten aus der Tourismusbranche, Betreibern von Hotels, Freizeitparks, Jugendherbergen und Sportanlagen sowie mit Bürgerinnen und Bürgern und Feriengästen führen.
Der Regierungschef hebt das große Potential der sächsischen Tourismuswirtschaft hervor: „Sechs Millionen Gäste besuchen jährlich den Freistaat. Sie erleben eine einzigartige Kombination aus Natur und Kultur. Diese Einzigartigkeit sowie hoch motivierte und qualifizierte Mitarbeiter, die dafür sorgen, dass sich unsere Gäste bei uns wohlfühlen, sind das Erfolgsrezept für eine dynamische Tourismuswirtschaft in ganz Sachsen. Der Tourismus ist eine tragende Säule der sächsischen Wirtschaft, die vielen Menschen Arbeit gibt. Auf meiner Tour durch die sächsischen Reiseregionen möchte ich sowohl mit Touristen ins Gespräch kommen als auch mit den engagierten Sachsen, die für das Wohl unserer Gäste sorgen und als Botschafter des Freistaates fungieren.“
Sachsen ist nicht nur Wirtschafts- und Bildungsland, sondern auch Tourismusland. 230.000 direkt oder indirekt Beschäftigte betreuen abwechslungsreiche und vielseitige Attraktionen. Neben einer Vielzahl von barrierefreien touristischen Angeboten gibt es auch immer mehr Angebote für die Generation 60plus. Zusammen mit Polen und Tschechien existieren eine Vielzahl gemeinsamer Angebote. Sachsen ist deutschlandweit das Kulturreiseziel Nummer eins. Jede vierte Kulturreise führt nach Sachsen.

(weiterlesen…)

weiterlesen oder Kommentar hinterlassen...