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Rede des Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich zum Empfang in der Deutschen Botschaft in Prag

„Die Prager Botschaftsflüchtlinge hatten den Mut, ihr eigenes Schicksal in die Hand zu nehmen. Die Botschaftsflüchtlinge sind ins Ungewisse aufgebrochen. Und sie kamen tatsächlich in der Freiheit an.

Mit dem viele tausend Male gefällten Entschluss, die DDR hinter sich zu lassen, in die Tschechoslowakei zu reisen und in die Botschaft zu fliehen, hat jeder Einzelne unter ihnen Geschichte geschrieben.

Es war zum einen ein großer Schritt für die persönliche Biografie jedes Einzelnen. Aber es war vor allem ein großer Schritt für den gesamten politischen Umbruch in Deutschland. Die Botschaftsflüchtlinge haben ihren Teil zum Gelingen der Friedlichen Revolution beigetragen. Sie haben hier in Prag den Weg zur Deutschen Einheit frei gemacht. Nach der Ausreise der Botschaftsflüchtlinge gingen vor 20 Jahren gerade in Sachsen die Menschen tausendfach auf die Straße und brachten die Mauer zum Einsturz.

Und darum präsentiert sich der Freistaat Sachsen heute mit Freude und Stolz zum Tag der Deutschen Einheit hier in der Prager Botschaft.

Das Geschehen macht aber auch deutlich: Der Freiheitsdrang von Tausenden muss auf fruchtbaren politischen Boden fallen. Und auf kluge Köpfe wie Hans-Dietrich Genscher und Rudolf Seiters treffen, die ihn zu kultivieren wissen.

Der Traum von Einigkeit und Recht und Freiheit konnte Wirklichkeit werden.

Viele Prager haben DDR-Flüchtlinge unterstützt. Die tschechischen Behörden haben sie in die Botschaft hinein und nach Ungarn hinaus in die Freiheit gelassen.
Botschaftsangehörige und Helfer des Deutschen Roten Kreuzes haben Außerordentliches geleistet.

Und die Bundesregierung hat sich mit ganzer Kraft für die Freiheit der Flüchtlinge eingesetzt.

Die Flüchtlinge haben durch ihren phantastischen Zusammenhalt gezeigt, dass es ihnen nicht nur um ihre individuelle Freiheit, sondern um eine freie Gesellschaft ging.

Ihnen allen gebührt Dank und Anerkennung. Und Respekt für ihren Mut und ihre Entschlossenheit. Für ihren Beitrag zum Gelingen der deutschen Einheit.

Ihr Beispiel hat auch den Sachsen den Mut gegeben, die Mauer zum Einsturz zu bringen.

Wir lassen uns bis heute immer wieder inspirieren vom Freiheitswillen und der Solidarität all jener, denen wir die Friedliche Revolution verdanken.

Vielen Dank!“

Quelle: Pressemitteilung der Sächsischen Staatskanzlei

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Tillich: Leipzig nimmt rasante Entwicklung zum Biomedizinstandort

Erst vor einem Jahr ist das neue Institutsgebäude des Fraunhofer-Instituts für Zelltherapie und Immunologie (IZI) in Leipzig eingeweiht worden, schon heute feiern die Leipziger Forscher die Grundsteinlegung des ersten Erweiterungsbaus. Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) zeigte sich bei der Grundsteinlegung beeindruckt: „Das Tempo, mit dem sich Leipzig zu einem international beachteten Standort der Biomedizinforschung entwickelt, ist beeindruckend. Daran hat das Fraunhofer IZI hat mit seiner hohen Dynamik und wissenschaftlichen Kompetenz großen Anteil.“ Tillich betonte, die Biomedizin sei weltweit ein Wachstumsmarkt, der große Chancen nicht nur für innovative Arbeitsplätze, sondern auch für neue Behandlungsmethoden in der Medizin eröffne. (weiterlesen…)

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