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Kulturstaatsminister Bernd Neumann unterzeichnet gemeinsam mit Ministerpräsidenten Tillich und Platzeck Finanzierungsabkommen für Sorben-Stiftung

Kulturstaatsminister Bernd Neumann und die Ministerpräsidenten von Sachsen und Brandenburg, Stanislaw Tillich und Matthias Platzeck, haben am heutigen Freitag das neue Finanzierungsabkommen für die Sorben-Stiftung unterzeichnet.
Bei der Veranstaltung im Bundesrat erklärte der Kulturstaatsminister: “Es ist eine außerordentliche gemeinsame Leistung des Bundes und der beiden Länder Sachsen und Brandenburg, dass der Etat der Sorben-Stiftung im Vergleich zum Vorjahr um 1,2 Millionen Euro auf jährlich 16,8 Millionen Euro gesteigert werden konnte – und das über einen Zeitraum von fünf Jahren. Ich gehe davon aus, dass die Stiftung diese Planungssicherheit dazu nutzen wird, die sorbischen Einrichtungen weiter zukunftsfähig zu machen. Dieser Modernisierungsprozess wird vor allem im Interesse der jüngeren Generation notwendig sein, damit das sorbische Volk auch weiterhin zum kulturellen Reichtum Deutschlands beitragen kann.”

Das zweite Abkommen über die gemeinsame Finanzierung der Stiftung für das sorbische Volk tritt rückwirkend zum 1. Januar 2009 in Kraft und gilt bis zum 31. Dezember 2013. Es verlängert sich jeweils um ein weiteres Jahr, wenn es nicht jeweils zwölf Monate von einer der beteiligten Stellen gekündigt wird. Das Abkommen regelt die Finanzierung der Stiftung, die vom Bund mit den Ländern Sachsen und Brandenburg gemeinsam getragen wird. Die Stiftung erhält jährlich rund 16,8 Millionen Euro, davon steuern der Bund 8,2 Sachsen 5,85 und Brandenburg 2,77 Millionen Euro bei. Das Abkommen löst das erste Finanzierungsabkommen aus dem Jahre 1998 ab.

Zweck der öffentlich-rechtlichen “Stiftung für das sorbische Volk” mit Sitz in Bautzen und Cottbus ist die Pflege und Förderung sorbischer Sprache und Kultur. Gefördert werden Wissenschafts-, Kultur- und Bildungseinrichtungen. Die Sorben, ihre Zahl wird auf etwa 60.000 Personen geschätzt, haben mit Obersorbisch und Niedersorbisch zwei Schriftsprachen. Das sorbische Volk – neben den Sinti und Roma, Dänen und Friesen eine der vier autochthonen Minderheiten in Deutschland – ist in der Ober- und Niederlausitz in Sachsen und Brandenburg beheimatet.

Quelle: Pressemitteilung

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Staatsminister Neumann zu Besuch bei den Sorben

Am kommenden Donnerstag, dem 27. August 2009 weilt der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Staatsminister Bernd Neumann, in Cottbus. Zunächst findet ein Gespräch mit Kulturschaffenden der Stadt im Schloss Branitz statt.

Gegen 14 Uhr trifft sich Neumann im Klubraum des Wendischen Hauses, August-Bebel-Straße 82, mit dem Vorsitzenden der Domowina Jan Nuck, der Vorsitzenden des Rates der Stiftung für das sorbische Volk Helene Theurig, Stiftungsdirektor Marko Suchy sowie dem stellvertretenden Geschäftsführer der Domowina Harald Konzack, um mit ihnen über die aktuelle Situation des sorbischen (wendischen) Volkes sowie die weitere Entwicklung der sorbischen Sprache und Kultur zu sprechen.

Mit diesem Treffen verwirklicht der Beauftragte für Kultur und Medien seine aus Anlass der Unterzeichnung des zweiten Finanzierungsabkommens in Berlin am
10. Juli angekündigte Absicht, alsbald die Sorben besuchen zu wollen.
Quelle: Pressemitteilung der Domowina

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Naturmarkt – 12. Herbstmarkt in Wartha

Naturmarkt in Wartha

Naturmarkt in Wartha

Zum 13. Herbstmarkt in Wartha
Im Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft wird am 12.09 der 12.Herbstmarkt eingeläutet. Ein großes Angebot heimischer Produkte aus Landwirtschaft, Fischwirtschaft und Gärtnereien wird wieder tausende Besucher anlocken.

Auszug aus dem Programm
13.00 Uhr Polnisches Leinen
Modeschau und Verkauf von Leinenkonfektion und -stoffen
14.30 Uhr Konzert “Sorbische Klänge in der Natur”
15.30 Uhr Vom Flachs zum Leinen – von der Spinte zur Hochzeit.
Mit Vorstellung einer sorbischen evangelischen Hochzeit aus dem Gebiet um Hoyerswerda
ganztägig Zur Unterhaltung spielt die tschechische Blaskapelle “Sklářská muzika” aus Nový Bor.
Quelle: www.schulmuseum-wartha.de

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Berühmte Sorben – oder das Grün von Nachbars Rasen

Ralph Kappler

Ralph Kappler

Der Rasen der Nachbarn scheint oft grüner als der eigene zu sein. Sie spielen mit dem Gedanken, mit Kind und Kegel der als strukturschwach stigmatisierten Lausitz zu entfliehen und womöglich Ihr Glück auch einmal im Herzen Europas versuchen zu können? Lassen Sie es lieber bleiben. Sie würden es bitter bereuen! Schon deshalb, weil allein in Brüsseler Grundschulen über 3000 Schulplätze fehlen. Weil, und ich bin leidgeprüfter Augenzeuge dieser Ungeheuerlichkeit, verzweifelte Brüsseler Eltern sogar auf schmalen Gehsteigen übernachten, nur um sich rechtzeitig in eine der absurden Schul-Wartelisten eintragen zu können. Wohlgemerkt für einen Schulplatz in einer der „Witte Scholen“ also Weissen Schulen, wo der belgische Mittelstand seine Zöglinge in Sicherheit bringt. Viele der aus Süd- oder Osteuropa und erst recht Afrika stammenden Kinder, und das ist eine zum Himmel schreiende Schande für Europa, landen einfach auf „Zwarten Scholen“, den Schwarzen Schulen. In “zwaart“ und „witt“ sind so die Zukunftschangen der Kinder atavistisch getrennt, düster für die einen und heller für die anderen.

Als wäre das nicht schon skandalös genug, geben sich belgische Politiker mit autistischer Inbrunst einem altertümlich wirkenden Sprachenkrieg hin. Häuserzeile um Häuserzeile, Stadtviertel für Stadtviertel werden bitter umkämpft, nur um sie entweder Wallonisch Französich oder Flemisch dominieren zu können. Ganz so als gäbe es Europa nicht. Ach, davon steht kaum was in deutschen Zeitungen? EU-Politiker haben sich auch noch nicht bitterlich beklagt? Nun, Politik und Medien leben in einer abgeschirmten Brüsseler Parallelwelt. Mit üppigen EU-Diäten und Auslandszuschlägen ist das Leben auch in Brüssel halbwegs erträglich. Sprachenkriege gibt es auf der Europa Schule, wo nur die Kinder der EU Beamten Zugang haben, ohnehin nicht. Sie können mir glauben, ich bin ein glühender Europäer. So ist Brüssel, ausserhalb der strahlenden EU-Fassade.

Übrigens, als mich Frank Schwalba-Hoth, Sie erinnern sich vielleicht, der noble Menschen-Vernetzer von Brüssel, vor der letzten Sioreé Internationale nur beiläufig fragte „Wer ist eigentlich der berühmteste Sorbe?“, begann ich zu drucksen. Womit können wir seine polyglotte Gemeinde nur aus der Lausitz beeindrucken? Ich gebe beschämt zu, ich probierte es erstmal mit Krabat. Krabat funktioniert immer. Der Sorbische Held ist nun schliesslich auch schon Hollywood Stoff. Dann viel mir ein, dass Benedikt Dyrlich mich nur einige Tage zuvor etwas mahnend an den Namensgeber meiner Grundschule in Rakecy, den Komponisten Bjarnat Krawc, erinnert hatte. Ich rutschte etwas ungemütlich auf dem Stuhl. So richtig überzeugend klang das ja nicht. Auch Frank schien zu grübeln, wie er das Sorbische seiner quicklebendigen Vielvölkergemeinde mit einem schmissigen Bild einführen könnte. Dann beim Aufstehen kam mir doch noch ein Geistesblitz. Der rettete mich aus der Verlegenheit. Der berühmteste Sorbe ist natürlich der, der gerade im Dresdener Schloss U.S. Präsidenten Barack Obama empfangen hatte. Der erste, überwiegend, und das sei hier nun doppelt dick unterstrichen, überwiegend von deutschen Sachsen gewählte Sorbische Ministerpräsident. Stanislaw Tillich, welche Wendung! Jedes Kind, ob Deutsch, Sorbisch, beides oder auch anderer Herkunft, kann in der Lausitz nun ein klein wenig verwegener träumen, etwas aus sich zu machen. Freilich, viel bleibt zu tun. Aber mal ehrlich, wo ist das Gras nun grüner?

Božemje und viele Grüsse vom Lausitzer aus Brüssel!

Ralph Kappler (Tomaš Kappa)

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Sorbisch-tschechisches Theaterstück: Čarodějův učeň – Der Zauberlehrling

theaterstueck-der-zauberlehrlingDas Stück des Regisseurs Petr Smyczek versucht Krabats Lehrjahre in der Schwarzen Mühle auf moderne Weise zu interpretieren. Es ist eine Art Straßentheater, das in der natürlichen Umgebung der Ostroer Schanze, der Ortenburg in Bautzen und des Steinbruchs bei Miltitz inszeniert wird. Die Prager Studenten der Theatergruppe „Nepřijatelní“ spielen auf tschechisch und sorbisch, die Handlung soll aber auch ohne Sprachkenntnisse zu verfolgen sein, da nicht der Text, sondern das Spiel mit der Atmosphäre des jeweiligen Ortes im Vordergrund steht.

Das Projekt wird unterstützt durch den Europäischen Jugenfonds, den Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds, die Stadt Prag sowie weitere Institutionen. Auf sorbischer Seite beteiligen sich der Jugend- und Kulturverein „Wotrowska młodźina O2“ , die Gemeinde Nebelschütz und die Domowina – Bund Lausitzer Sorben e.V. an der Organisation der Vorstellungen in der Lausitz.

Alle sind herzlich willkommen an diesem Naturspektakel teilzuhaben!
Termine:
4.9.2009, 21Uhr auf der Ostroer Schanze
5.9.2009, 21Uhr im Hof der Ortenburg
6.9.2009, 20:30Uhr am Miltitzer Steinbruch
Quelle: Pressemitteilung der Domowina

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Eröffnung der Ausstellung „Mit Fortuna übers Meer. Sachsen und Dänemark – Ehen und Allianzen im Spiegel der Kunst“ durch Königin Margrethe II und Ministerpräsident Tillich

Rede des sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich:

Stanislaw Tillich und Margrethe 2. von Dänemark

Stanislaw Tillich und Margrethe 2. von Dänemark vor der Frauenkirche

Majestät, Sie haben sehr anschaulich geschildert, wie der dänische König Frederik IV. vor genau 300 Jahren nach Dresden kam, um seinen Vetter August den Starken zu besuchen. Sie, Majestät, sind bereits zum zweiten Mal in Sachsen zu Gast. Das ehrt und freut uns sehr!

Das letzte Mal haben Sie 1994 den Freistaat Sachsen besucht. Damals war die Innenstadt von Dresden an vielen Stellen noch grau, die Frauenkirche eine Ruine, das Residenzschloss zerstört.

Heute hat Dresden eine wunderschöne Innenstadt, in der die Zeugen der Geschichte wieder in voller Pracht erstrahlen.

20 Jahre nach der Friedlichen Revolution ist das der beste Beweis, dass wir Sachsen unser Land mit Erfolg vorangebracht haben.

Ich bin stolz, Ihnen unser schönes Sachsen zeigen zu dürfen!

Wir Sachsen schöpfen Kraft und Kreativität aus unserer langen Kulturgeschichte und unseren Traditionen. Ohne Vergangenheit kann es keine Zukunft geben. Eine Kultur, die uns mit vielen Ländern Europas verbindet: besonders mit Dänemark, wie diese Ausstellung beweist.

Majestät, Sie haben darauf hingewiesen: Das Treffen von August dem Starken und Frederik IV. diente nicht nur der Prachtentfaltung. Es diente auch der Diplomatie und dem Frieden. In Renaissance und Barock waren Sachsen und Dänemark 200 Jahre lang im europäischen Konzert der Mächte enge Partner.

Vieles ist heute einfacher geworden: Nach Jahrhunderten voller Krieg blicken wir auf eine mehr als 60-jährige Friedensperiode zurück. Deutschland, Sachsen und Dänemark sind in der EU verlässliche Partner. Heute gilt es für alle: Jeder Bürger kann zur europäischen Verständigung beitragen, damit Europa weiter zusammenwächst.

Mit den Verbindungen zu Zeiten August des Starken und Frederik IV. können wir an eine gesamteuropäische Geschichte anknüpfen. Sie blickten beide auf gleicher Augenhöhe in Richtung St. Petersburg oder Warschau. Sie haben unsere osteuropäischen Nachbarn als gleichberechtigte Partner gesehen. Ein Blick, der heute manchmal noch geübt werden muss.

Majestät, verehrte Gäste,

gerade haben wir Musik des Dresdner Komponisten Heinrich Schütz gehört. Sachsens großer Barock-Komponist schrieb dieses Stück für eine dänische Hochzeit. Und über unsere Schultern hier in der Fürstengalerie blicken sächsische Herrscher. Dieses sächsische Fürstenhaus wäre undenkbar ohne dänische Mütter, Ehefrauen und Prinzessinnen.

Mit Hochachtung sollten wir auf diese Epoche zurückblicken.

Mit und in dieser Ausstellung wird das ein Vergnügen sein. Im alltäglichen Leben werden wir dafür arbeiten, der europäischen Partnerschaft unserer beiden Länder weiter Auftrieb zu geben.

Ich wünsche der Ausstellung hier in Dresden und im Schloss Rosenborg viel Erfolg!
Möge sie viele dänische und deutsche, ja vor allem europäische Besucher haben und unsere gemeinsame Identität stärken!

Vielen Dank.
Rede I.M. Königin Margrethe II von Dänemark:

Margrethe 2. von Dänemark

Margrethe 2. von Dänemark

Vor etwas mehr als dreihundert Jahren rollte eine prachtvolle Karawane gemächlich über die Alpen von Norditalien nach Dänemark. An der Spitze des Zuges befand sich der dänische König Frederik IV. Er war mit seinem etwa hundert Mann starken Gefolge nach einem langwierigen Besuch in Italien auf dem Heimweg nach Dänemark. Er hatte von seinem Vetter August dem Starken eine Einladung zu einem Gastaufenthalt in Dresden erhalten. Aus diesem Gastaufenthalt wurde ein ausuferndes Fest! Beide Regenten liebten Prunk und Pracht, und in diesem Sinn verliefen die Wochen mit Festmahlzeiten, Wettkämpfen, Aufzügen und Feuerwerk.

Dass die beiden Fürstenhäuser schon immer Kunst und Kultur hoch geschätzt haben, werden wir gleich in dieser Ausstellung sehen. Wenn wir nach dreihundert Jahren an diesen Anlass erinnern, tun wir das auch deswegen, weil die feierwütigen Herren auch über ernsthafte Anliegen debattierten. Der große Nordische Krieg hatte Nordeuropa über Jahre verwüstet. Dörfer lagen in Schutt und Asche, ihre Bewohner nagten am Hungertuch und unzählige Menschen waren gestorben.

Die beiden Vettern waren sich daher einig, dass etwas gegen das Unheil unternommen werden musste. Diplomaten spielten bei diesem Zusammenkommen eine genauso wichtige Rolle wie Zeremonienmeister. Bevor Frederik IV. und August der Starke auseinandergingen, hatten die beiden einen Pakt geschlossen, der die Grundlage für das Ende des Krieges in Nordeuropa schuf.

Das ist ein guter Grund, heute, nach genau dreihundert Jahren, dieses königlichen Treffens zu gedenken!
Ein wichtiger Hintergrund für die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Dänemark und Sachsen waren die dynastischen Allianzen, über die die Ausstellung, die wir gleich sehen werden, erzählt. Sie vereint Ausstellungsgegenstände zweier Sammlungen, die nicht nur für sich einzigartig sind, sondern die darüber hinaus auch noch die einzigen königlichen Kunstsammlungen Europas sind, die sich noch an ihren Original-Ausstellungsorten befinden – nämlich im Kopenhagener Schloss Rosenborg und im Dresdner Grünen Gewölbe.

Die dänischsächsischen kulturellen Beziehungen gehen natürlich weit über den Besuch Frederiks IV. und die ehelichen Allianzen hinaus. Eines unter vielen Beispielen hierfür sind die gegenseitigen musikalischen Inspirationen. Aus Dresden kam 1633 der Komponist Heinrich Schütz nach Dänemark und genau dreihundert Jahre später der Dirigent Fritz Busch. Beide haben eine wichtige Rolle für das dänische Musikleben gespielt, ein Musikleben, das tief mit dem des sächsischen verwurzelt ist. Des Weiteren hat einer der wichtigsten dänischen Architekten, Nikolai Eigtved, seine Ausbildung von den Baumeistern Augusts des Starken bekommen. Seine Bauten prägen heute das Kopenhagener Stadtbild. Nicht zu vergessen ist ebenfalls Hans Christian Andersen, der so oft in Dresden zu Besuch war, dass er Dresden eine Stadt nannte, “die wie ein guter Freund ist, den man nicht verlassen will“.

In diesem Jahr wird das zwanzigjährige Jubiläum des Mauerfalls gefeiert. Neue Zeiten eignen sich hervorragend, um alte Freundschaften aufzufrischen. Es ist mir daher eine Freude, darauf hinweisen zu können, dass man dieser Tage viele kulturelle Glanzlichter aus Dänemark in Sachsen zu Gesicht bekommen kann. Das königlich dänische Ballet führt an der Semperoper ein Gastspiel auf, das Dänische Nationale Symphonie Orchester spielt in der Frauenkirche, und die Kunsthalle Chemnitz zeigt Skulpturen des dänischen Künstlers Bjørn Nørgaard.

Lassen Sie uns von Frederik IV., August dem Starken und all den genannten Kulturschaffenden inspirieren, auf dass der Kulturaustausch zwischen Dänemark und Sachsen weiterhin seine Früchte trägt!

Textquelle: Pressemitteilung der Sächsischen Staatskanzlei

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Wie das Sorbische im noblen Soirée Internationale Einzug hielt

Ralph Kappler

Ralph Kappler

Frank Schwalba-Hoth ist ein äusserst bemerkenswertes Unikum in der behebigen EU Hauptstadt. Er gilt mit seinen über 57 Jahren als einer umtriebigsten Brüsseler Netzwerker. Stets mit geflegt grauem Backenbart, feiner Fliege und Massanzug tadellos auftretend, verkörpert er aber einen eher Menschen verbindenden Lobbyismus in der anonym wirkenden Kapitale.

Von 1984 bis 1987 war Frank Schwalba-Hoth als einer der Grünen Gründungsväter auch im Europaparlament. Seit über 20 Jahren organisiert er nun schon ein Brüsseler Kleinod, die Soirée Internationale. Nur einen Steinwurf vom Europaparlament am vornehmen Place du Luxembourg entfernt liegt etwas versteckt in einer Nebenstrasse das kleine Restaurant Les Ailes des Anges, auf Deutsch hieße es „Flügel der Engel“. Seit dem Mauerfalljahr 1989 lädt Frank hier mit einvernehmenden Charme monatlich zum Networking-Diner Soirée Internationale ein. Dazu erscheinen jeweils 60 bis 80 Teilnehmer aus wirklich allen Winkeln Europas; und mit einer athemberaubenden Vielfalt an beruflichen, kulturellen und sozialen Hintergründen.

So sitzen dann einfach ein hoher NATO Beamter, Botschafter, oder auch Menschenrechtsvertreter und Praktikanten essend und Wein trinkend versammelt an einem Tisch. Es macht mir als beherztem Europäer gewiss keine Freude, das zu sagen. Aber ohne diese Soirée Internationale wäre Brüssel noch viel mehr die anonym graue Bürokraten-Maschinerie, die Brüssel eben auch leider Gottes ist. Auf seinen begehrten Einladungen zur Soirée Internationale grüßt Frank Schwalba-Hoth übrigens in über fünfzig Sprachen! Sorbisch war noch nie dabei. Aber das ändert sich jetzt. Aus der Sorbisch-Deutschen Lausitz kommend, wurde ich nun auf der Soirée einer vielsprachigen EU-Familie vorgestellt. Neues dazu ist im September an eben dieser Stelle in Serbske Noviny zu lesen. Božemje und viele Grüsse vom Lausitzer aus Brüssel!

Fotoquelle und Text: Ralph Kappler

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Ausbeutung Lausitzer Bodenschätze muss der Vergangenheit angehören

Ralph Kappler

Ralph Kappler

Unlängst begrüsste der erste Sorbische Minister Präsident, Stanislaw Tillich, U.S. Präsident Barack Obama in der Landeshauptstadt Dresden. Amerika ist nun dabei, Deutschland als globalen CleanTech Marktführer zu überrunden. Bereits im Mai 2002 richtete HALO ENERGY den weltweiten Medien Fokus auf die Lausitz Region. Beginnend mit einer internationalen Pressekonferenz in der Foreign Press Association, lancierte HALO von London aus die erste CleanTech Kampagne für die Lausitz. Heute symbolisieren Umwelttechnologien mehr als jeder andere Industriesektor „Made in Germany“. Jeden Tag entstehen allein bei regenerativen Energien über 80 neue Arbeitsplätze in Deutschland. Schon jetzt arbeiten in der einst von der Kohle Lobby als strukturschwach stigmatisierten Lausitz weitaus mehr Menschen im erneuerbaren Energiesektor als bei der Klima schädigenden und kostbare Wasser Resourcen verschwendenden Braunkohlewirtschaft.

Als eine der ältesten Minderheiten Deutschlands haben die Sorben schon vor über 1500 Jahren die an Bodenschätzen, klarem Wasser und üppiger Natur reiche Lausitz kultiviert. Heute ist die Sorbische Kultur und die Lausitz Region durch die unzeitgemäß previligierte Braunkohle Industrie gefärdet. Deutsche Kohlekraftwerke sind die grössten CO2 Verschmutzer Europas und damit mit für den Klimawandel verantwortlich. Es ist höchste Zeit für einen wirklichen Power Change, für die nachhaltige Energiewende in Europa und weltweit.

Fotoquelle und Text: Ralph Th. Kappler /Tomaš Kappa

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Zukunftssignal für Weißwasser

Der Neubau der Eissporthalle in Weißwasser wird mit 10 Mio. € Finanzhilfen (Bund und Freistaat Sachsen) aus dem Bund-Länder-Programm „Stadtumbau Ost“ unterstützt. Das hat das Innenministerium entschieden. Der Neubau ist erforderlich, da ein Gutachten, welches durch die Stadt in Auftrag gegeben wurde, ergeben hat, dass eine Sanierung der Eissporthalle höhere Kosten verursachen würde als ein Neubau. Mit dem Eigenanteil der Stadt Weißwasser stehen damit insgesamt 15 Mio. € für den Neubau der Eissporthalle zur Verfügung.

In der Eissporthalle finden Veranstaltungen, unter anderem Freilauf, Eisdisco, Boxveranstaltungen und Konzerte statt. Die Eissporthalle ist damit wichtiger Bestandteil für die Kinder- und Jugendfreizeitgestaltung der Stadt Weißwasser, aber auch für die Region um Weißwasser.
Innenminister Dr. Albrecht Buttolo wird den Zuwendungsbescheid gemeinsam mit Staatsminister Jurk am Freitag der Stadt Weißwasser übergeben. (weiterlesen…)

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Modern aus Tradition – Finissage der Ausstellung


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Modern aus Tradition – Finissage der Ausstellung
Samstag 05. September 2009, 17 Uhr, Sorbisches Museum, Ortenburg Bautzen

mit Lesung aus “Shutka Shukar. Zu Gast bei Roma, Ashkali und Ägyptern”
Es lesen Mitglieder des Forum Tsiganologische Forschung in Leipzig.

Shutka (Shuto Orizari) ist ein Vorort der makedonischen Hauptstadt Skopje, die 1963 von einem furchtbaren Erdbeben heimgesucht wurde. Hier wohnen mehr Roma und andere Zigeuner zusammen als in irgendeiner anderen Stadt Europas. Sie pflegen eine Fest-, Streit- und Kontrastkultur, die sich schwer auf ein gängiges Muster vereinfachen lässt und die übliche Antidiskriminierungsperspektive ebenso überfordert wie die Suche nach Zigeunerromantik.
Im Sommer 2007 konnte eine Gruppe Studierender vom Forum Tsiganologische Forschung der Universität Leipzig dort zu Gast sein. Sie haben ihre Eindrücke zu diesem Lesebuch zusammengefasst. Es schildert interkulturelle Missverständnisse, ernst gemeinte Anpassungsversuche, die Unmöglichkeit des Alleinseins und eine Menge Widersprüche zwischen Abgrenzung und Integration, zwischen Armut und Prestige, zwischen Idealeuropa und seinem Gegenteil, zwischen Willkommen und Abschied.

Eintritt: EUR 3,50 und ermäßigt EUR 2,00

Sorbisches Museum
Ortenburg 3-5
02625 Bautzen

Telefon: +49(0)3591 42403
Telefax: +49(0)3591 42425
E-Mail: sm@sorbisches-museum.de
Internet: www.sorbisches-museum.de

Wochentags von 10 bis 17 Uhr geöffnet.
Wochenende und an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr geöffnet.


Termin im Veranstaltungskalender bei Facebook

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