Beiträge auf sorben.org zum Thema Bräuche
Sorbischer Brauch: Ostersingen
Ostersingen ist ein sehr alter Brauch und ist vielerorts schon in Vergessenheit geraten.
Frauen und Mädchen beginnen genau Mitternacht zum Ostersonntag damit die frohe Kunde der Auferstehung zu verbreiten. Sie tragen dabei eine Laterne, die den Sieg des Lebens (Licht) über den Tot (Dunkelheit) symbolisiert und ziehen singend von Haus zu Haus.
Eierschieben
Zu den Anfängen des Eierschiebens gibt es verschiedene Datierungen, die in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges oder gar in die Ritterzeit zurückreichen. Auf dem Protschenberg in Bautzen, einem steil herabfallenden Berg oberhalb der Spree, wurden damals unter anderem Eier, Nüsse, Äpfel und Apfelsinen von wohlhabenden Bürgern abwärts gerollt. Dies lockte die armen Kinder der Stadt an, welche die Köstlichkeiten auffingen mit nach Hause nahmen. Seither wurde das sogenannte Eierschieben immer mehr zum touristischen Anlaufpunkt
1932 sollen etwa 40.000 Besucher in die Stadt gekommen sein. Der Tourismusverein Bautzen e.V. beschloss, den alten Brauch “Eierschieben am Protschenberg” wieder aufleben zu lassen. 2001 fand das Eierschieben nach 37 Jahren Unterbrechung erstmalig wieder auf dem Protschenberg statt. Heute rollen allerdings keine Lebensmittel, sondern eierähnliche Bälle den Hang hinab. Die Kinder haben trotzdem ihren Spaß.
Einige Bilder vom Eierschieben 2008 in Bautzen von Jörg Stephan:


Danke an Jana für die Hinweise.
Fotos vom Eierschieben
Zampern (Camprowanje)
Das Zampern, sorbisch: Camprowanje, ist ein Brauch zur Austreibung des Winters.
Am Faschingsdienstag ziehen in Faschingskostümen Jugendliche singend im Ort von Haus zu Haus.
Dabei sammeln sie Geld für die Ausrichtung der Faschingsfestivalitäten. Die Spender erhalten als Dank einen Schnaps ihrer Wahl und ein Ständchen.
Die Kinder gehen in kleinen Gruppen durchs Dorf und bekommen Süßigkeiten.
Die Strecken und Zeiten der Osterreiter
| Prozession (von-bis) | Heimritt (von-bis) | ||||
| Bautzen | Radibor | 10:45 | 12:15 | 14:15 | 16:30 |
| Ralbitz | Wittichenau | 9:15 | 12:15 | 15:00 | 18:00 |
| Wittichenau | Ralbitz | 9:20 | 12:30 | 15:00 | 18:00 |
| Crostwitz | Panschwitz | 12:30 | 14:30 | 15:30 | 16:30 |
| Panschwitz | Crostwitz | 12:30 | 14:00 | 14:45 | 17:30 |
| Radibor | Storcha | 11:45 | 13:45 | 15:30 | 17:30 |
| Storcha | Radibor | 12:00 | 14:00 | 15:30 | 17:30 |
| Nebelschütz | Ostro | 12:00 | 14:00 | 15:30 | 17:30 |
| Ostro | Nebelschütz | 12:00 | 14:00 | 15:30 | 17:30 |
Achtung! Die Zeiten können sich um eine halbe Stunde verschieben!
um die Strecken anzusehen bitte auf weiterlesen klicken!
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Vogelhochzeit
Die Vogelhochzeit ist europaweit in einigen Regionen anzutreffen, richtig ausladend wird dieser Brauch in den sorbischsprachigen Gebieten gefeiert. Obersorbisch heißt die Vogelhochzeit, “Ptači kwas”, auf niedersorbisch “Ptaškowa swajzba”.
Am Vorabend des 25. Januar stellen die Kinder Teller auf das Fensterbrett oder vor die Tür ins Freie. Vögel, die gemäß dem Brauch an diesem Tag Hochzeit halten – und tatsächlich fangen zu dieser Zeit die ersten Vögel mit dem Balzen an, überbringen dann etwas von ihrer Festtafel. Sie wollen sich durch diese Beteiligung der Kinder am Hochzeitsmahl für die Winterfütterung bedanken. Die Teller werden über Nacht mit Süßigkeiten und aus Teig gebackenen Vögeln gefüllt. Besonders typisch sind dabei mit Zuckerguss überzogene Teigvögel. Größter Beliebtheit erfreuen sich auch die Schmätzl (Baiservögel oder -häubchen, die innen noch weich und klebrig sind). Auch so genannte Cremenester (bestehend aus einem Keksboden, darauf eine Cremeschicht in Form eines Nestes mit dunkler Schokolade überzogen und bunten Zuckereiern in der Mitte) gehören zur Vogelhochzeit.
In den sorbischen Gemeinden stellen die Kinder Elster und Rabe, Braut und Bräutigam dar und tragen selbstgebastelte Vogelkostüme oder sogar die sorbischen Hochzeitstrachten der entsprechenden Regionen anstatt des sonst üblichen Federkleides. Neben der Braut und dem Bräutigam gibt es auch noch die Patinnen und den Hochzeitsbitter, der der „Zeremonienmeister“ auf sorbischen Hochzeiten ist. Dann ziehen sie, in szenischem Spiel oder Festumzügen, zum Stolz und zur Freude der Erwachsenen, durch das Dorf.
Danke an Jana für die Anmerkungen und Jörg
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Ostern ist das höchste Fest für uns Christen im Kirchenjahr. Es wird die Auferstehung von Jesus Christus gefeiert, nachdem er am Kreuz für die Menschheit gestorben ist (Karfreitag). Ostern ist ein beweglicher Feiertag und wird immer am Sonntag nach dem 1. Frühlingsvollmond gefeiert.
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Die Osterreiter
Die Strecken und Zeiten der Osterreiter
Am Ostersonntag reiten die katholischen Männer einer Kirchengemeinde in Frack (Gehrock) und Zylinder auf festlich geschmückten Pferden in die Nachbargemeinde, um dieser die frohe Botschaft zu verkünden, dass der Herr Jesus Christus auferstanden ist. Es ist Brauch, dass die besuchte Gemeinde einen Gegenbesuch durchführt. Jeder Prozessionszug, der aus bis zu über hundert Reitern und Pferden bestehen kann, darf dabei den anderen nicht kreuzen – das bringt Unglück. Vorneweg reiten die Fahnenträger, die Träger der Christusstatue und des Kreuzes. (weiterlesen…)
