Beiträge auf sorben.org zum Thema Jurij Brězan
Jurij Brězan – Sorbischer Schriftsteller
Jurij Brězan war der wichtigste Vertreter der sorbischen Literatur des 20. Jahrhunderts. Er wurde am 9. Juni 1916 in Räckelwitz (Worklecy) geboren und starb am 12. März 2006 in Horni Hajnk nahe seinem Geburtsort Räckelwitz. Seine Werke (vor allem Romane, Erzählungen und Kinderbücher), die er sowohl in obersorbischer Sprache als auch auf Deutsch schrieb, wurden in insgesamt 25 Sprachen übersetzt.
1953 – 52 Wochen sind ein Jahr (Roman)
1957 – Christa (Erzählung)
1958 – Der Gymnasiast (Roman)
1959 – Borbas und die Rute Gottes (Erzählung)
1960 – Semester der verlorenen Zeit (Roman)
1964 – Mannesjahre (Roman)
1964 – Der Elefant und die Pilze (Kinderbuch)
1966 – Die Reise nach Krakau (Reisebericht)
1967 – Die Abenteuer des Kater Mikosch (Kinderbuch)
1968 – Die Schwarze Mühle (Erzählung)
1976 – Krabat oder Die Verwandlung der Welt (Roman)
1979 – Der Brautschmuck (Erzählungen)
1983 – Bild des Vaters (Roman)
1985 – Dalmat hat Ferien (Kinderbuch)
1986 – Wie das Lachen auf die Welt kam (Erzählungen)
1986 – Einsichten und Ansichten
1988 – Geschichten vom Wasser (Erzählungen)
1989 – Mein Stück Zeit (autobiografischer Bericht)
1991 – Bruder Baum und Schwester Lärche
1991 – Das wunderschöne blaue Pferd
1993 – Krabat oder Die Bewahrung der Welt (Roman)
1994 – Rifko – aus dem Tagebuch eines Dackels (Kinderbuch)
1997 – Die Leute von Salow (Roman)
1999 – Ohne Pass und Zoll (autobiografischer Bericht)
2001 – Die grüne Eidechse (Roman)
2001 – Hunds Tagebuch (Erzählung)
2003 – Die Einladung (Novelle)
2006 – Die Jungfrau, die nicht ins Bett wollte (Volksmärchen der Sorben neu erzählt)
2006 – Der alte Mann und das enge Weite (Erzählung)
Krabat – eine sorbische Sage
Krabat, abgeleitet von “Kroate” ist eine Sagengestalt der Sorben. Die Krabat-Sage ist ein Volksmärchen aus der Oberlausitz, das unter anderem im Landkreis Kamenz, Landkreis Bautzen, den dörflich geprägten Ortsteilen der kreisfreien Stadt Hoyerswerda und dem niederlausitzerischen Dorf Proschim spielt. Die Sagengestalt wurde in der Literatur und Filmwelt sehr vielfälltig behandelt. Krabat ist eine Hauptfigur dreier Romane des bedeutenden sorbischen Schriftstellers Jurij Brězan: Die Schwarze Mühle (1968), Krabat oder Die Verwandlung der Welt (1976) und Krabat oder Die Bewahrung der Welt (1993). Filmtechnisch würde die sage z.B. 1975 in der DDR unter dem Titel “Die schwarze Mühle” verfilmt und 1977 in einem tschechisch-deutschen Zeichentrickfilm mit dem Titel “Krabat” durch den Regisseur Karel Zeman behandelt.
Der neuste Film zur Krabat-Sarge ist gerade in den Kinos angelaufen und schein sehr sehr gut anzukommen: Gleich am ersten Wochenende nach dem Start belegt der Streifen Platz 3 der deutschen Kino-Charts. Hier der aktuelle Trailer:
Als armes Kind war Krabat einst in die Zaubermühle gekommen, erlag dort fast der bösen Macht des Müllers und konnte sich erst dank der Liebe aus dem Teufelsbann befreien. Später half Krabat den Menschen, reiche Ernten einzufahren und Katastrophen abzuwehren. Krabat wird auch Faust der Lausitz genannt
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“Literatur Live” widmet Lesung dem verstorbenen Jurij Brezan – dem wohl bekanntesten sorbischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts
Am 31. August 2006 lädt Prof. Dr. Elke Mehnert, ehemalige Leiterin der Professur Literatur des 20. Jahrhunderts/Komparatistik der TU Chemnitz, zu einer Lesung über den verstorbenen Autor Jurij Brezan ein. Fast 30 Jahre begrüßte Elke Mehnert den wohl bekanntesten sorbischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts regelmäßig in ihrer Veranstaltungsreihe “Literatur live”, bis er am 12. März 2006 im Alter von 89 Jahren starb. Ihm zu Ehren möchte sie Brezan im Gespräch mit dessen Schwägerin und Expertin für Sorabistik, Dr. Lucia Heine, vorstellen und dazu ermuntern, ihn neu- oder wiederzuentdecken. Der Abend verspricht persönliche Erinnerungen, Einblicke in die Situation der Sorben in der deutschen Literatur sowie Lesungen aus seinen Werken. Die Veranstaltung findet 19.30 Uhr im Tietz-CAFE des Kulturkaufhauses DAStietz, 3. Etage, statt. Der Eintritt beträgt 2 Euro.
Zur Person: Jurij Brezan
Jurij Brezan wurde 1916 in Räckelwitz (Lausitz) geboren und war während der NS-Zeit im sorbischen Widerstand aktiv. 1949 begann er als freier Schriftsteller und verfasste seine Werke in sorbischer und deutscher Sprache. Bekannt wurde Jurij Brezan durch Erzählungen, zahlreiche Romane, wie z.B. “Krabat oder Die Verwandlung der Welt”, sowie Kinder- und Jugendbücher. Seine Werke wurden in 25 Sprachen übersetzt.
Quelle: Pressemitteilung der TU Chemnitz
Platzeck trauert um Jurij Brezan
Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck hat den verstorbenen Schriftsteller Jurij Brezan als „bedeutendste Stimme sorbischer Literatur“ gewürdigt. In einem Schreiben an die Familie äußerte er sein Mitgefühl angesichts des Todes von Brezan. (weiterlesen…)
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