Sorben am Abgrund zwischen Gold, Kupfer und Kohle

Božemje – Worte des Vaters

Ralph Kappler


Seit über sechzehn Jahrhunderten werden die sorbisch klingenden Worte der Lužica gesprochen und gesungen. Dieser vitale Wortstrom verstummte trotz wiederholter Missionierungswellen, zahlreicher Kriege und Diktaturen nie. Anfang des 21igsten Jahrhunderts stockt der sorbische Sprachfluss. Auch weil die manische Fixierung auf den zentralisierten Kohleraubbau die Landschaft verschwinden lassen, die das Sorbische bis heute hervorbringen konnte. Beim Sorbenempfang im Buckingham Palace wurde ein blau gebundenes Buch mit dem Titel “Dwe Lubosci Ja Mam – Zwei Lieben trage ich in mir” von Jan Nuk und dem Autor überreicht, die ins Sorbische übertragenen Sonette Shakespeares. In Anlehnung an Worte des Philosophen Peter Sloterdijk liesse sich nach vorn blickend ausrufen, Deutsche und Sorben müssen nun erstmals die “Techniken des gemeinsamen Überlebens einüben” und nachhaltig applizieren. Die Lausitz würde so zu einem kosmopolitischen CleanTech Land neben den aufstrebenden Regionen Tschechiens und Polens aufsteigen. Davon würde ironischer Weise auch die Mehrheit der Deutschen profitieren. Vater hatte gegen Ende seines Lebens immer öfter auch sorbische Worte gebraucht. Nach seinem Ableben fand sich auf dem Wohnzimmertisch seiner wie für einen Besuch aufgeräumten Stube ein Quittungszettel. Auf dem Vater nichts weiter notiert hatte als: “Witajci k nam” und in der Zeile darunter ebenfalls auf Sorbisch: “Glück dem Heimkehrenden”.

Autor: Ralph Kappler

Ein Beitrag von Ralph Tomaš Kappler
Ralph Kappler ist derzeit als Kommunikationsberater für EU Institutionen in Brüssel tätig, von wo er auch das HALO Informationsnetzwerk leitet.

  1. Wurzelstock

     

    Geld kann man nicht essen …

    #1 Kommentar vom 15. Februar 2012

  2. Anonymous

     

    ich wieis

    #2 Kommentar vom 22. März 2012

  3. Anonymous

     

    Wie heis du

    #3 Kommentar vom 22. März 2012

  4. Kaltenborn

     

    Wäre es nicht an der Zeit konsequent für ein eigenständiges Bundesland “LAUSITZ” einzutreten, anstatt wie im Nachkriegsdeutschland geschehen den Anschluß an einen anderen Staat zu propagieren.
    Die Vorteile solch eines Projektes müssten schliesslich jedem Sorben auf der Hand liegen.
    Anbei eine recht schematische Karte zum Vorschlag:
    http://www.gds-zukunftsforum.de/index.php?page=Attachment&attachmentID=147&h=178284b2cc80078d7755d7940c2213999088c2ed

    #4 Kommentar vom 17. April 2012

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