Maja Nagel „landnahme – von feldern und schichten - 09.05.2009 bis 28.06.2009

Das Wendische Museum in Cottbus zeigt in seiner Reihe „Museumsgalerie“ neue grafische Blätter, Zeichnungen, Kollagen und Ausschnitte von Installationen der sorbischen bildenden Künstlerin Maja Nagel aus Eula bei Nossen.

Maja Nagel ist am 15.März 1959 in Bautzen geboren. In Litschen bei Hoyerswerda hat sie ihre Kindheit verbracht, wo sie bereits erste Erfahrungen mit der Grubenkante des Braunkohletagebaus Nochten hatte. Später ist sie in Berlin und Bautzen zur Schule gegangen. Von 1977-1983 studierte sie in Dresden an der Hochschule für Bildende Künste Malerei und Grafik bei Prof. Günter Horlbeck. Die diplomierte Künstlerin arbeitet seit dieser Zeit freischaffend, war u.a. in Dresden, Strehla, Berlin und seit 1997 in Eula bei Nossen.

Maja Nagel ist eine sehr vielseitige Künstlerin, beteiligte sich an verschiedenen Projekten und Ausstellungen im In- und Ausland, u.a. in Süd-Amerika, Bosnien und Serbien.
Seit 1997 beschäftigt sie sich mit Animationsfilm, wofür sie 1998 in Salermo (Italien) einen Preis bekam.

In ihrem künstlerischen Schaffen setzt Maja Nagel sich kritisch mit den Problemen der Braunkohlegewinnung in der Ober- und Niederlausitz auseinander, mit der Devastierung sorbischer Ortschaften und dem Verlust der dort angestammten Volkskultur. Das spiegelt sich in vielen Arbeiten und Installationen wieder, so u.a.2008 mit der Installation „abbau- Kohlefeld“. Im renaturierten Gebiet des Bärwalder Sees hat sie das Textfeld „abbau“ (in Negativschrift) mit einer Klangcollage verbunden. Sie erinnerte an die weggebaggerten sorbischen Dörfer Merzdorf / Łołojce und und Schöpsdorf / Šepšecy. Mit dieser Installation erzeugte sie eine „Landschaft mit bitterer Melancholie“. Sie selbst hatte die verlassenen Dörfer erlebt, dieses Eingreifen in das Leben der Bewohner und die Landschaft, ein schwer zu verkraftendes Erleben.

Die Cottbuser Ausstellung zeigt, wie sich Maja Nagel in den vergangenen Jahren mit diesem Thema auseinander setzt. Es werden Grafiken und Collagen vorgestellt sowie Einblicke über bereits abgetragene Installationen gegeben. Da diese bereits nach kurzer Zeit wieder abgetragen wurden, zeigt eine Filmsequenz der Installation „see-weg“ aus dem Jahr 2007. Für die Cottbuser Ausstellung ist noch ein Ausschnitt aus Installation „abbau“, vorgesehen. Der Buchstabe „a“ wird mit ca. 4 Tonnen Braunkohlebriketts in Negativschrift getextet.

Christina Kliem,
Kuratorin Wendisches Museum
Quelle: http://www.wendisches-museum.de/

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